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Der niederländische Finanzminister und Vorsitzende der Euro-Gruppe Jeroen Dijsselbloem (l.) und der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos bei einer Pressekonferenz. Acht Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise hat die EU ihr Defizitverfahren gegen Athen eingestellt.

Defizitverfahren

Griechenland sendet Hoffnungszeichen

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Krisenland Griechenland ist aus dem Defizitverfahren raus - die Wirtschaft wächst wieder. Bis die Erholung bei den Menschen ankommt, wird es aber noch lange dauern. Ein Kommentar.

Für Griechenland ist das ein großer Erfolg: Ganz offiziell hat die EU das Krisenland aus dem Defizitverfahren herausgenommen, das sich gegen Länder mit übermäßiger Kreditaufnahme richtet. Mit der Dreiprozentgrenze des europäischen Stabilitätspakts hat Athen bis auf Weiteres keine Probleme mehr. Im Gegenteil erwirtschaftete die Regierung von Alexis Tsipras im vergangenen Jahr sogar einen Überschuss.

Über 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung machte das Defizit in den schlimmsten Zeiten aus. Dies zeigt, welch weiten Weg das Land gegangen ist. Bei aller Freude über das Erreichte wird bei den Menschen aber keine Euphorie ausbrechen. Zwar wächst die Wirtschaft wieder – Tsipras hält ein Plus von zwei Prozent 2017 für möglich. Doch die Arbeitslosenrate liegt noch immer bei über 21 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der Währungsunion.

Als die Regierung im Sommer selbst und ohne die Absicherung durch die Gläubigerstaaten einen Kredit aufnahm, gelang ihr das zwar. Doch sie musste einen deutlich höheren Zins bezahlen als andere Krisenstaaten in der Eurozone. Griechenland sendet wieder Hoffnungszeichen, und allein das ist in dieser Misere ein nicht zu unterschätzender Erfolg. Bis die Erholung bei den Menschen ankommt und bis das Land wieder das Vertrauen der Finanzmärkte zurückerlangt, wird es aber noch lange dauern.

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