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US-Botschafter Grenell will die Konservativen in Europa stärken.

US-Botschafter

Grenells Provokation

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Der US-Botschafter hat mit seiner Ankündigung Parteien in Europa unterstützen zu wollen die Regeln der Diplomatie gebrochen. Ein Kommentar.

Richard Grenell will die konservativen Kräfte in Europa stärken. Wäre Grenell ein Privatmann, könnte man ihm das widerspruchslos durchgehen lassen. Aber Grenell ist der neue US-Botschafter in Deutschland. Deswegen sind Grenells Interview-Aussagen für die populistische Rechtsaußen-Website „Breitbart“ falsch und gefährlich.

Außerdem: Wer mit „Breitbart“ spricht, der will nicht informieren, sondern agitieren. Gemeint hat Grenell nicht konservative Kräfte. Sonst hätte er sagen müssen, dass es sich bei der Partei von Kanzlerin Angela Merkel um eine konservative Partei handelt. Er hat also rechte Parteien im Sinn. Es gibt zudem die Übereinkunft zwischen Staaten und deren Repräsentanten, dass sich ein Botschafter nicht in die inneren Angelegenheiten seines Gastlandes einmischt.

Wundern muss man sich aber nicht. Grenell ist das Sprachrohr von US-Präsident Donald Trump, der es auch nicht anders macht als sein Botschafter in Berlin. Er nimmt für sich in Anspruch, das Recht auf den Bruch von Konventionen zu haben. Das Ziel dabei ist die Provokation. 

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