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Glück schlägt Geld

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Autor Stefan Klein plädiert für die Ökonomie des Glücks.

Für 85 Seiten 20 Euro zu verlangen, das ist schon eher unverschämt. Aber Stefan Klein, einer von Deutschlands besten Sachbuchautoren, kann dafür nichts. Das ist die Strategie des neu gewandeten Nicolai-Verlages. Wie schreibt Stefan Klein in seinem – wieder – sehr lesenswerten Buch: „Das Streben nach Geld verwirrt den Verstand – und die Gefühle.“ Klein sagt das nicht, weil er das beobachtet hat, sondern er stützt sich auf Versuche einer US-amerikanischen Sozialpsychologin.

Ausgangspunkt seines Buches ist die Tatsache, dass unser Wohlbefinden sich nicht aus unserem Wohlstand ergibt. Unsere Zufriedenheit hat, sind die Grundbedürfnisse erst einmal befriedigt, wenig mit unserem Einkommen zu tun. Wir bezahlen den ökonomischen Wohlstand mit einem Anstieg an Suchtkranken.

Depressionen sind in Deutschland der häufigste Grund für Frühverrentungen. „Die krankhaft niedergeschlagene Stimmung bewirkt, dass immer mehr Menschen die eigenen Belange und die Bedürfnisse anderer gleichgültig werden. In aller Stille zerstören Depressionen den Zusammenhalt in der Gesellschaft.“

Wir sollten darum, so Stefan Klein, die Ökonomie des Geldes durch die des Glücks ersetzen. Klein nimmt „das Streben nach Glück“ ernst. Er tut das auch deshalb, weil er davon ausgeht, dass wir heute besser als die Väter der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung wissen, was Menschen glücklich macht.

Er plädiert darum dafür, in einem ersten Schritt „das subjektive Wohlbefinden der Menschen umfassend zu messen“. Dabei wird herauskommen, das zeigen Untersuchungen, dass der „Einsatz für andere oft der einfachste Weg ist, um die eigene Stimmung zu steigern“. Aber auf allen Kanälen versucht man uns beizubringen, das sei dumm. Klug dagegen sei, darauf zu achten, mehr zu haben, mehr zu bekommen als der Nachbar. Klein will uns Mut machen zum Umdenken. Wie wir aus der Ökonomie des Geldes, der Depression und des Unglücks hinüberwechseln können in die des Glücks, sagt er uns nicht.

Stefan Klein: Die Ökonomie des Glücks, NP&I, 85 Seiten, 20 Euro.

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