Woanders gelesen

Wer im Glashaus sitzt

  • schließen

Die AfD wird für den Umgang mit Spenden harsch kritisiert.

Bei der Spendenaffäre der angeblichen Alternative für Deutschland (AfD) sind sich alle einig: Die Partei wird den eigenen Ansprüchen nicht gerecht. 

Die „Freie Presse“ meint dazu: „Peinlich für die AfD. Alice Weidel hatte noch im September 2017 vollmundig im Netz verkündet, die AfD habe keine Großspender. Hat sie offensichtlich doch. Offenbar wurde Wahlkampf mit Spenden im Graubereich gemacht. Wer möchte da nicht endlich mehr darüber erfahren, welche Kreise die Partei finanziell unterstützen und damit Einfluss ausüben? Wollte die AfD nicht alles anders machen als die alten, ihr so verhassten Eliten?“

Die „taz“ ergänzt: „Die AfD gibt sich gern als Saubermannpartei. Mit schmutzigen Finanzierungen, wie sie auch bei den von ihr abschätzig genannten Altparteien schon vorkamen, will sie aufräumen – solange es nicht um sie selbst geht. Dann nämlich nimmt sie es mit ihren Grundsätzen nicht mehr so genau. Jetzt hängt ihr auch eine Spendenaffäre an. Eng verknüpft ist diese mit Fraktionschefin Alice Weidel.“

Die „Stuttgarter Nachrichten“ schreiben: „Erst am vergangenen Wochenende ist die AfD-Spendenaffäre öffentlich geworden. Weil seither täglich neue Details zu vermelden sind, verbietet sich eine vorschnelle Beurteilung. Das gilt auch für die mit entscheidende Frage, wer in welcher Parteigliederung eigentlich die Verantwortung für das Desaster trägt. Im gerade ausbrechenden Hauen und Stechen ist jeder sich selbst der Nächste. Die Partei muss in dieser Situation zeigen, dass sie es mit der Aufklärung der Spendenaffäre wirklich ernst meint. Das bedeutet: Alle Fakten müssen auf den Tisch, Prominenz darf nicht geschont werden.“

Die „Rheinische Post“ findet: „Die Finanzen der populistischen Rechtsextremen sind weder transparent noch offenbar mit den Gesetzen dieser Republik zu vereinen. Man wüsste gern, welche Quellen der AfD noch Geld überweisen und wie viel. Man wüsste gern, was die Partei mit solchem Geld anstellt. Man wüsste gern, wer dort welche Interessen verfolgt. Und warum. Allein um dies zu klären, würde sich vermutlich eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz lohnen. Die AfD pflegt ein Saubermann-Image und wirft anderen vor, korrupt zu sein. Kindern sagt man: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare