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Auch der Wähler ist bald völlig durchleuchtet.

Big Data

Der gläserne Wähler

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Jetzt wollen wohl auch deutsche Parteien das Wahlvolk mit Roboter-Texten beglücken.

Es ist in Deutschland noch nicht ganz so schlimm wie in den USA. Noch erstellen die hiesigen Parteien, um Wähler zu fangen, keine Profile einzelner Personen und überfallen sie dann zielgerichtet mit ihren Botschaften. Doch auch hierzulande ist kein Wahlkampf mehr ohne Big Data denkbar. Wir geben der zivilen Überwachungswirtschaft freiwillig jene Informationen, die auch für die Parteien viel zu verlockend sind, um missachtet zu werden.

Schon wird bei den Parteien über den Einsatz sogenannter Chatbots nachgedacht. Das sind Programme, die einen menschlichen Berater in Chats simulieren. Sie verstehen Fragen und geben angeblich maßgefertigte Antworten aus Textbausteinen. Schöne neue Welt – das ist an dieser Stelle ironisch zu verstehen. Zum Glück gibt es hierzulande noch Datenschutzverordnungen, die ein Abgleiten in amerikanische Verhältnisse etwas abbremsen. Dort gibt es den gläsernen Wähler längst.

Wenn der Einsatz von Big Data wenigstens eine Erfolgsgarantie böte, könnte man den Eifer der Parteien wenigstens nachvollziehen. Doch das ist nicht der Fall. Hillary Clinton lieferte sich im vergangenen Jahr mit Donald Trump ein erbittertes Duell mit teuerster, modernster Datentechnik. Doch am Ende war kein künstlicher Chatbot dem echten Großmaul gewachsen.

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