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In Syrien werden Menschen mit Sauerstoff versorgt.

Syrien

Giftgas statt Waffenstillstand

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Während sich die halbe Welt in Brüssel versammelt, um den Wiederaufbau Syriens zu besprechen, greift das Regime Rebellengebiete an. Ein Kommentar.

Boshafter hätte das Regime von Damaskus den Zeitpunkt des Massakers nicht wählen können. Während sich in Brüssel die halbe Welt zur Geberkonferenz für Syrien versammelte, um sich den Kopf über den Wiederaufbau des ruinierten Landes zu zerbrechen, ließ Baschar al-Assad seine Kampfjets aufsteigen, die dann im nordsyrischen Rebellengebiet Dutzende Menschen mit Giftgas angriffen. Viele Menschen starben.

Dass ihm dabei über das Internet der gesamte Globus zuschauen kann, stört den Diktator nicht. Er fühlt sich nach sechs Jahren Bürgerkrieg auf der Siegerstraße. Er ist sich sicher, ihm kann keiner mehr was, seit nun auch die Vereinigten Staaten offiziell seinen Sturz aus ihrer Nahoststrategie gestrichen haben. Und prompt interpretierte die syrische Herrscherclique den frisch proklamierten Kurswechsel unter US-Präsident Donald Trump als Freibrief, auf syrischem Boden nun auch die verbliebene Bevölkerung nach Belieben zu vernichten.

Internationalen Druck brauchen Assad und sein Regime nicht zu befürchten. Kein Wunder, dass für Assad in dieser Konstellation Frieden keine Option ist. Im Machtkampf seines Landes hat er es längst zu einer bestialischen Meisterschaft gebracht. Und die Leidtragenden sind jeden Tag aufs Neue wieder die einfachen Leute – Frauen, Männer und Kinder.

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