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Gezielt entlasten

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Von: Steven Geyer

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Bei vielen Menschen entsteht der Eindruck, finanzielle Hilfen in der Krise gibt es nicht für die wirklich von Armut betroffenen Menschen oder für die, denen der soziale Absturz droht. Diese Demonstranten üben Anfang August schon mal das Wärmen der Hände über einem Gaskocher. Auch Wohlfahrtsverbände befürchten eine bedrohliche Zunahme der Armut.
Bei vielen Menschen entsteht der Eindruck, finanzielle Hilfen in der Krise gibt es nicht für die wirklich von Armut betroffenen Menschen oder für die, denen der soziale Absturz droht. Diese Demonstranten üben Anfang August schon mal das Wärmen der Hände über einem Gaskocher. Auch Wohlfahrtsverbände befürchten eine bedrohliche Zunahme der Armut. © Melissa Erichsen/dpa

Die Ampelkoalition sollte vor allem Einkommensschwachen dabei helfen, steigende Preise etwa für Energie bezahlen zu können. Der Kommentar.

Wenn Grünen-Spitzenpolitiker wie Robert Habeck und Winfried Kretschmann Tipps zum Energiesparen durch kürzeres Duschen oder Gebrauch von Waschlappen geben, löst das bei manchen Häme aus, andere wollen sich ihre Körperpflege nicht von der Politik diktieren lassen. Wieder andere, etwa die Menschen in der Ukraine, würden ihre Probleme gern gegen unsere tauschen.

Es gibt aber die Perspektive von denen, die längst darauf achten, wie oft sie verreisen, tanken und – ja auch duschen. Familien, die von der Inflation überlastet sind oder Rentner, die bei den „Tafeln“ essen. Sie haben auch einen eigenen Blick darauf, dass der Finanzminister vor „Gratismentalität“ warnt, wenn der Staat zu oft hilft.

In Deutschland wird den strauchelnden Gasversorgern mit einer Umlage geholfen – die alle Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen. Die Bundesregierung gleicht die Lasten nicht etwa nach Bedürftigkeit aus, sondern pauschal. Das hilft dem sozialen Frieden aber nur, wenn man Proteste aus dem Mittelstand erwartet – was nicht auszuschließen ist. Ein Anreiz zum Energiesparen setzt man aber nicht. Und höhere Belastung selbst bei Profiteuren auszuschließen, ist obendrein das Gegenteil von gerecht.

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