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US-Präsident Donald Trump hat sich in puncto Strafzölle besonnen - ein bisschen.

Trump und die Strafzölle

EU gewinnt Zeit im Handelskonflikt

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Die Lehre aus dem Beinahe-Zusammenstoß um drohende Strafzölle muss lauten: Neustart für ein transatlantisches Abkommen. Man muss es ja nicht TTIP nennen. Unser Kommentar.

US-Präsident Donald Trump und seine Leute scheinen nun doch noch zur Besinnung gekommen zu sein. Nicht generell, aber doch mit Blick auf die Handelspolitik. Und auch dort nicht uneingeschränkt, aber immerhin ein bisschen. Die Europäische Union und sechs weitere westliche Partner werden von Trumps geplanten Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminium ausgenommen.

Wer nicht in den Genuss dieser Ausnahmen kommt, wird ab diesem Freitag kräftige Aufschläge zahlen müssen. Das richtet sich vor allem gegen China. Trotz der jüngsten Entscheidung zugunsten der US-Partner ist Trump dabei, einen Handelskrieg anzuzetteln. Dieser wird keineswegs leicht zu gewinnen sein, wie der Präsident glaubt.

Betrachtet man nur die Europäische Union, so dürfte erst einmal Zeit gewonnen sein. Es wird jetzt Gespräche zwischen den USA und der EU-Kommission geben. Was sich die Amerikaner davon versprechen, ist unklar.

Was die Europäer wollen, ist offensichtlich: Einen fairen, regelbasierten Handel. Am besten lässt sich dieser durch Freihandelsabkommen gewährleisten – sofern diese denn tatsächlich fair sind. Die Lehre aus dem Beinahe-Zusammenstoß zwischen Europa und Trumps Amerika müsste eigentlich sein, dass es einen Neustart in den Gesprächen über ein transatlantisches Abkommen braucht.

Vielleicht sollte man das Projekt nicht mehr TTIP nennen, der Name ist verbrannt. Aber ein umfassendes Geschäft, von dem beide Seiten profitieren, das wäre was. Um Trumps Sprache zu benutzen: Wir brauchen einen Deal.

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