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Das SPD-Führungsduo Esken/Walter-Borjans ist erfolgreich, muss aber die Bewährungsprobe Kanzlerkandidatenkür und anschließenden Wahlkampf erst noch meistern. Der Kommentar.

All die Untergangsszenarien nach der Wahl Saskia Eskens und Norbert Walter-Borjans an die SPD-Spitze haben sich nicht erfüllt. 100 Tage nach ihrem Start steht die SPD besser da als vorher. Öffentliche Angriffe sind eingestellt, in Umfragen geht es bergauf. Mit Eskens und Walter-Borjans haben diese Erfolge aber nur bedingt zu tun. Ihr wichtigster Beitrag war es, die große Koalition nicht aufgelöst zu haben.

Profitiert haben sie von anderen Entwicklungen - etwa vom Tabubruch in Thüringen. Schon wegen ihrer Geschichte steht keine Partei so sehr für den Kampf gegen rechts wie die SPD. Außerdem bindet die Suche der CDU nach einem Chef deren Kräfte. Zudem könnte eine Wirtschaftskrise infolge der Corona-Welle SPD-Forderungen nach Investitionen und ein Ende der schwarzen Null wie von selbst erfüllen.

Die Bewährungsprobe steht den beiden aber noch bevor: Die Kür eines Kanzlerkandidaten, bei der sie im Fahrersitz bleiben müssen, und der folgende Bundestagswahlkampf, in dem sie führen und dienen müssen. Daran sind schon ganz andere SPD-Chefs gescheitert.

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