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In der Diagnostik etwa erkennen selbstlernende Computer besser Krankheitsbilder als es selbst erfahrene Ärzte könnten.

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Gesunde Daten

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Ist der Datengeist erst einmal aus der Gesundheitsflasche, werden sich sofort auch weniger heilsame Gierschlünder darauf stürzen. Ein Kommentar. 

Es ist begrüßenswert, wenn Deutschland Vorreiter in der Digitalisierung des Gesundheitswesens wird. In der Diagnostik etwa erkennen selbstlernende Computer besser Krankheitsbilder als es selbst erfahrene Ärzte könnten. Notwendig dafür sind Daten, möglichst viele Daten. Nicht nur Millionen Fitness-Armbänder und Digitaluhren, auch die App für die Medikamenteneinnahme, wie von Gesundheitsminister Spahn vorgeschlagen, ist ein digitaler Staubsauger für Körperwerte und Verhaltensweisen.

Ist der Datengeist erst einmal aus der Gesundheitsflasche, werden sich sofort auch weniger heilsame Gierschlünder darauf stürzen. Krankenkassen und Arbeitgeber könnten Prognosen erstellen und Risiken nach Typen einteilen, ohne dass der Patient davon erfährt, welche Vorhersagen an sein Profil geknüpft sind. Die digitale Industrie wird zentralisieren und automatisieren - nicht nur die Rolle der Ärzte wird sich fundamental verändern.

Diese Initiative wird nicht nur den Gesundheitssektor, sondern auch die Digitalisierung Deutschlands verändern. Spahn muss deswegen von vornherein auf beides einen Schwerpunkt legen und einen ordnungspolitischen Rahmen setzen, der Datenschutz der Patienten gewährleistet und einem unbeschränkten Markt Schranken auferlegt.

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