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Geschürte Panik

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Von: Stephan Hebel

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In Leipzig ist es in der Silvesternacht zu Ausschreitungen gekommen.
In Leipzig ist es in der Silvesternacht zu Ausschreitungen gekommen. © dpa

Die Attacken auf Polizisten und Feuerwehrleute sollten geahntet werden, sie sollten aber nicht politisch missbraucht werden. Ein Kommentar.

Polizisten, Feuerwehrleute oder Sanitäter anzugreifen, ist ekelhaft und strafbar. Ebenso wenig Verständnis kann es für Leute geben, die Frauen mit sexualisierter Belästigung oder gar Gewalt schikanieren.

So weit die größten Selbstverständlichkeiten der Welt. Aber die Eskalation der Erregung, die wir jetzt wieder erleben, übersteigt die Dimension der Vorfälle bei weitem. Und Politiker befeuern die Aufregung, indem sie so tun, als fänden die Straftaten in jeder Ecke unseres Landes statt.

Sie rühmen sich der gerade erfolgten Strafverschärfungen, als würde das die Staatshasser von Leipzig-Connewitz interessieren. Und in den „sozialen Netzwerken“ verbinden sich die Attacken gegen Beamte mit zusammenfantasierten „Schutzzonen für Frauen“ zu einem übelriechenden Wutgemisch, das sich im Zweifel gegen „die Einwanderer“ richtet.

Es wäre gut, wenn die politische Elite sich gegen interessengeleitete Übertreibungen stellen würde. Geschürte Panik löst kein Problem. Und drängt die dringend notwendige Vorbeugung in den Hintergrund.

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