+
Von Chimären haben die Menschen schon lange fantasiert: Wasserspeier am Kölner Dom.

Kommentar

Gentechnik: Tierversuche mit menschlicher DNA sind unethisch

  • schließen

Wissenschaftler implementieren in chinesischen Labors menschliche DNA in Affen. Unethisch, findet FR-Chefredakteur Thomas Kaspar in seinem Kommentar.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, lautet die vielleicht bekannteste überlieferte Sentenz des Philosophen Theodor W. Adorno. Ursprünglich als Reflexion über die Heimatlosigkeit gedacht, zielt sie auf die Notwendigkeit, sich niemals den Sinn für richtig und falsch nehmen zu lassen.

Adornos Denk-Skalpell bohrt sich auch 50 Jahre nach seinem Tod mitten in die Ethikdebatten der Gegenwart. Wissenschaftler züchten Menschen-Organe in Schafen und Affen, Mäuse werden mit menschlichen Gehirnzellen bestraft – technisch machbar ist schon fast alles.

Offensichtlich investiert China massiv in diesen ethisch besonders heiklen Bereich. US-Forscher wechseln in die asiatischen Labors, um die wissenschaftlichen Möglichkeiten auszureizen. China hat aber in vielen anderen Bereichen bewiesen, dass es sich von allem beschränken lässt, aber bestimmt nicht von westlichen moralischen Standards.

Wie beurteilen wir Versuche, wenn die Grenzen zwischen Mensch und Tier verschwimmen? Zumal wenn unser nächster Verwandter, der Affe, betroffen ist? Einige Forscher fordern, wir sollten uns mit vorschnellen Moralurteilen zurückhalten. Das Gegenteil ist der Fall: Wir müssen genau jetzt und sehr schnell ein moralisches Urteil fällen. Es gibt keine richtige DNA in der falschen.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare