Kommentar

Wohnungslose: Genauer hinschauen

  • schließen

Sie leben nicht auf der Straße, sondern bei Freunden oder in Notunterkünften: Viele, die keine eigene Bleibe haben, sind praktisch unsichtbar. Aber sie brauchen Hilfe. Der Kommentar

Hunderttausende Menschen in Deutschland haben keine Wohnung. Längst sind das nicht nur alleinstehende Männer in mittleren Jahren, sondern verstärkt junge Leute, Frauen, Familien mit kleinen Kindern. Die Not vieler von ihnen bleibt für die Öffentlichkeit unsichtbar, weil sie eben nicht im schmutzigen Schlafsack unter der Brücke hausen, sondern in Notunterkünften oder bei Freunden. Weil sie ihr Elend zu verbergen wissen.

Das enthebt uns als Gesellschaft allerdings nicht der Pflicht, genau hinzuschauen. Im Gegenteil. Experten fordern seit Jahren eine bundesweite, detaillierte Notfallstatistik, die ganz genau Auskunft über Hintergründe der Wohnungslosigkeit und regionale Entwicklungen geben könnte.

Mit solchen Daten könnte die Politik noch stärker in die Pflicht genommen werden, detailliert etwas gegen die Wohnungsnot zu tun. Doch auch die aktuellen Schätzungen machen klar, dass konkrete Schritte – von der Abschaffung von Hartz-IV-Sanktionen bis zum Bau von mehr Sozialwohnungen – dringend nötig sind. Damit jeder sich Wohnen leisten kann.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare