Pisa-Studie

Gelebte Freiheit

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Wenn Jugendliche traditionelle Berufsvorstellungen haben, müssen sich Eltern und Lehrer fragen, ob sie alles richtig gemacht haben. Der Kommentar.

Die Pisa-Daten belegen, dass die Sicht der Jugendlichen auf ihre berufliche Zukunft traditionell ist. Es spricht nichts dagegen, wenn ein Mädchen gern Lehrerin werden will. Problematisch ist es aber, wenn Mädchen technische Berufe kaum als Möglichkeit sehen.

Dass dies offenbar immer noch passiert, irritiert auch deshalb, weil es längst viele Initiativen gibt, junge Frauen auch für sogenannte Männerberufe zu gewinnen. Wer nicht glaubt, dass Frauen ein Grundschullehrerinnen- und Männer ein Ingenieurs-Gen haben, kommt an dieser Erkenntnis nicht vorbei: Trotz aller Bemühungen wirken alte Geschlechterrollen und Klischees fort. Darunter, dass etwa der Erzieherberuf, in dem vor allem Frauen arbeiten, auch noch schlecht bezahlt wird, leiden übrigens auch die wenigen Männer, die ihn ergreifen.

Wie lässt sich nachhaltig etwas ändern? Wir müssen diejenigen, die in Kitas erziehen und in Schulen unterrichten, in der Aus- und Fortbildung noch besser dafür sensibilisieren, Mädchen und Jungen nicht in eine vorgefertigte Richtung zu lenken. Auch für Eltern lautet die Frage: Ist meinem Kind hinreichend bewusst, dass ihr oder ihm alle Möglichkeiten offenstehen? Es geht um gelebte Freiheit – für Mädchen wie für Jungen.

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