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Wie legt man sein Geld am besten an und was nutzen die Prognosen?
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Wie legt man sein Geld am besten an und was nutzen die Prognosen?

Analyse: Geldanlage

Geldanlage ohne Kristallkugel

  • VonStephan Kaufmann
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Investitionen beruhen auf Erwartungen. Jeder Geldanlage liegt daher eine Prognose zugrunde. Solche Vorhersagen allerdings sind teuer und oft falsch. Nun verfolgt eine Bank einen neuen Ansatz.

Wer Geld anlegt, spekuliert immer auf die Zukunft. Egal, ob ein Unternehmen eine Maschine kauft, ein Anleger eine Aktie oder eine Versicherung eine Anleihe – stets steht dahinter die Erwartung, dass sich die Ausgabe rentiert, dass sie einen Ertrag einspielt. Bleibt der aus, ist das Investment nichts wert. Siehe Griechenland-Anleihen. Der gesamte Reichtum im heutigen Kapitalismus beruht daher auf Erwartungen, auf Geldströmen in der Zukunft – und alle wirtschaftlichen Entscheidungen beruhen auf Prognosen. Das Problem bei der Erstellung von Prognosen ist jedoch: Sie sind unsicher und meistens falsch. Die Quirin Bank geht daher bei der Geldanlage einen neuen Weg: Sie verzichtet auf Prognosen.

Verzicht auf Prognosen

Prognose-Fehler von Ökonomen sind normal und für viele Scherze gut. Der Spott jedoch ficht die Volkswirte und Analysten nicht an. Denn da die Zukunft unsicher ist, „stimmen punktgenaue Prognosen sowieso eigentlich nie“, so drückt es Marcel Fratzscher vom Wirtschaftsforschungsinstitut DIW aus. Und zweitens: Prognosen mögen immerzu falsch sein, dennoch braucht man sie. Irgendein Szenario müssen Staat, Unternehmen und Private bei ihren Entscheidungen anlegen. Der Rest ist Risiko.

Die Quirin Bank wirbt nun , sie habe ihren Beratungsansatz auf „eine wissenschaftliche Basis gestellt. Dies bedeutet den weitgehenden Verzicht auf Prognosen“. Denn letztlich, so Quirin-Chefvolkswirt Philipp Dobbert „ist das Abgeben von Marktprognosen wie das Wahrsagen aus einer Kristallkugel“.

Laut Quirin Bank treffen die Profis der Geldanlage zwar laufend irgendwelche Vorhersagen, wohin sich der Markt bewegen wird. Gemäß diesen Vorhersagen kaufen sie dann bestimmte Wertpapiere und lassen sich ihre Expertise bezahlen. Letztlich aber taugen die Prognosen nichts. Denn „dauerhaft kann kein Anleger den Markt schlagen“, also mehr Rendite erzielen.

Bei sich selbst beschweren

Daher verzichte Quirin nun auf „den Blick in die Glaskugel“, der die Kunden ja auch Geld kostet. Stattdessen konstruiert sie zehn sogenannte Assetklassen- und Index-Fonds. Diese Fonds sind so zusammengesetzt, dass sie genau den jeweiligen Gesamtmarkt abbilden. Zusätzlich entwirft die Bank vier verschiedene Szenarien, wie es mit der Wirtschaft weitergeht. Der Anleger kann sich dann für eines der Szenarien entscheiden und so sein Investment modifizieren. Diese Szenarien, betont die Bank, seien keine Prognosen, sondern bloß „Meinungen“ – was allerdings ziemlich nah an „Prognosen“ liegt.

Man sieht: Ganz ohne Prognose geht es nicht. Denn erstens unterstellen auch die Anlageklassen-Fonds die Erwartung, dass es mit diesen Märkten auf Dauer nach oben geht. Andernfalls würde man solche Fonds ja nicht kaufen. Zweitens: Die Quirin Bank bietet zehn Fonds, vier Szenarien und drei weitere Modifikationen an, also insgesamt 132 verschiedene Möglichkeiten, unter denen der Kunde die ihm passende wählen kann. Und das bedeutet letztlich: Nicht die Bank trifft die Prognose, sondern überlässt das ihren Kunden. Und wenn die Vorhersagen sich dann als falsch entpuppen, kann sich der Anleger bei sich selbst beschweren.

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