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Der Staat darf nicht über den Körper verfügen - auch wenn er damit Gutes bezweckt.

Kommentar zur Organspende

Wem gehört der Mensch?

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Die Bundestagsabgeordneten haben zu recht für die erweiterte Entscheidungslösung bei der Organspende entschieden.

Jeder Mensch hat ein Recht darauf, dass sein Körper unversehrt bleibt – auch nach dem Tode. Dieses Recht steht uns allen zu, schlicht, weil wir Menschen sind. Es steht uns zu, ohne dass wir es einklagen oder erklären müssen. Steht uns zu, weil Würde und Selbstbestimmung das höchste Verfassungsgut sind.

Wie unendlich erleichternd, dass sich die Abgeordneten des Bundestags mehrheitlich dieser Sicht angeschlossen haben. Bei einem existenziellen Thema, das im wahrsten Sinne des Wortes Leben und Tod betrifft, haben sie ein fundamentales Menschenrecht bestärkt. Der Staat darf nicht über den Körper verfügen, selbst wenn er damit Gutes erreichen und Leid mindern will. Organentnahmen sind weiterhin nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt.

Damit ist der Vorstoß von Gesundheitsminister Spahn gescheitert, bereits Sechzehnjährige zwangsweise zu Organspendern zu machen. Gescheitert ist auch der Versuch, Nützlichkeitserwägungen über das Recht auf Selbstbestimmung zu stellen.

So sehr es ein Gebot der Humanität ist, um das Überleben verzweifelter Patienten zu kämpfen, die auf eine Transplantation warten – so wenig darf die Solidarität mit ihnen erzwungen und gegen die Unantastbarkeit des Körpers ins Feld geführt werden.

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