Tarifvertrag

Gegen den Trend

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Die Verhandlungspartner in Nordrhein-Westfalen gehen bei der Entlohnung neue Wege mit Vorbildcharakter.

Es ist bemerkenswert, was die Tarifparteien in NRW für den Einzelhandel vereinbart haben. Nicht wegen der Lohnerhöhung, die ist eher bescheiden: In den ersten zwölf Monaten der Vertragslaufzeit fällt das Lohnplus mit drei Prozent zwar fast doppelt so stark wie die erwartete Inflationsrate aus, in den zwölf Monaten danach dürfte es die Teuerung allerdings nur gerade so decken. Unter dem Strich steigen die Löhne sicherlich nicht „kräftig“, wie von der Gewerkschaft behauptet.

Bemerkenswert ist der Tarifabschluss wegen seiner Mechanik. Die lautet: drei Prozent mehr, maximal aber 77,50 Euro monatlich. Damit wird das Lohnplus für höhere Gehaltsgruppen gedeckelt. Denn jemand mit einem Monatslohn von 3500 Euro hätte bei einer Steigerung von drei Prozent sonst 105 Euro bekommen.

Damit wirkt der Abschluss dem Trend entgegen, dass sich bei Prozentabschlüssen die hohen Löhne immer weiter von den niedrigeren entfernen. Noch effektiver wäre es, wenn die Gewerkschaften statt Prozente künftig eine fixe Europauschale für alle Beschäftigten vereinbaren würden. 

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