Bundeswehr

Gegen Symbolpolitik

  • schließen

Die Planspiele des Verteidigungsministeriums zum möglichen Eingreifen in den Syrien-Konflikt sind nur dann problematisch, wenn sie zur Kriegsbeteiligung führen. Ein Kommentar.

Im Verteidigungsministerium sollen sie Planspiele gemacht haben, was die Bundeswehr tun könnte, wenn es in Syrien wieder zu einem Massaker an Tausenden von Menschen kommen sollte oder womöglich wieder Giftgas eingesetzt würde. An solchen Planspielen ist nichts Verwerfliches zu entdecken. Es ist geradezu Aufgabe von Militärs, sich Szenarien auszudenken, um reagieren zu können, wenn es schnell gehen muss. Problematisch werden Planspiele erst, wenn aus ihnen Kriegsbeteiligungen werden.

Solche Aktionen aber sind in Syrien sinnlos geworden. US-Präsident Donald Trump hat schon zweimal Raketen und Kampfflieger losgeschickt, um das syrische Regime zu bestrafen. Geändert hat das nichts an dem entsetzlichen Blutvergießen in Syrien. Begrenzte Luftschläge, ob die Deutschen nun mitmachen oder nicht, haben nur Symbolwert. Den Krieg in Syrien hat Assad mit Unterstützung aus Russland und dem Iran so gut wie gewonnen.

An Militäraktionen auf dem Boden aber sollte sich die Bundeswehr nicht beteiligen. Ein Mandat etwa der UN wird es dafür nicht geben. Russland wird im UN-Sicherheitsrat nicht gegen seine eigene Beteiligung am Syrien-Krieg stimmen. Und von einer politischen Lösung des Konflikts sind alle weiter entfernt als je zuvor.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare