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Die Wut der Demonstranten konzentriert sich auf Präsident Emmanuel Macron.

Frankreich

In Wut gegen Macron vereint

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Die Proteste in den Pariser Nobelvierteln erinnern an frühere Volksrevolutionen. Ist Präsident Emmanuel Macron schuld daran? Ein Kommentar.

Die Krawallszenen in den Nobelvierteln erinnern an frühere Volksrevolten auf dem Pariser Kopfsteinpflaster. Ist Emmanuel Macron schuld daran? Seine Steuererhöhung auf Benzin und Diesel lässt sich ökologisch rechtfertigen, die Reduktion der Vermögenssteuer soll die Investitionsbereitschaft im Land erhöhen und die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Diese Vorhaben sind aber nur gerechtfertigt, wenn sie fiskalpolitisch gerecht wären. Auch die Geringverdiener hätten von einer Steuersenkung profitieren müssen. Die Ökosteuer etwa trifft aber gerade die ärmere Landbevölkerung, die für den Arbeitsweg auf das Auto angewiesen ist.

Die Quittung erhält Macron von allen Seiten: Rechte Gelbwesten mobilisieren gegen die Steuererhöhung, linke gegen die Privilegien der Eliten. Das führt zu einem gefährlichen Schulterschluss: Ultrarechte und Ultralinke gingen in Paris vereint zur Sache. Auch die Wut der friedlicheren Gelbwesten konzentriert sich auf Macron. Tatsächlich hat sie tiefere Gründe: Frankreich leidet an massiver sozialer Ungleichheit zwischen den Eliten und der Provinz. In einem hat Frankreichs Präsident aber recht: Die Gewalt ist nicht akzeptabel. Davon müssen sich die „gilets jaunes“ distanzieren. Sonst werden die Proteste nur Verlierer zurücklassen.

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