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Gegen Dschihadisten

  • Andreas Schwarzkopf
    VonAndreas Schwarzkopf
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Grünen-Politiker Nouripour bekämpft wort- und ideenreich Islamisten.

Omid Nouripour geht in seinem Buch „Was tun gegen Dschihadisten“ von Anfang an in die Offensive. Der Grünen-Politiker hält sich nicht allzu lange mit historischen Betrachtungen auf oder mit einer ausführlichen Religionsgeschichte. Das überlässt er anderen. Für den außenpolitischen Experten gibt es zwar keine einfachen Antworten auf die Frage des Buches, aber es gibt welche und diese müssen dringend angepackt werden.

Der Deutsch-Iraner plädiert für eine umfassende Strategie gegen Dschihadisten und kritisiert vor allem den Krieg gegen den Terror, den US-Präsident George W. Bush nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahr 2001 begann. Dieser Feldzug ist nach Ansicht von Nouripour gescheitert und hat mitgeholfen, Terrororganisationen wie den sogenannten Islamischen Staat entstehen zu lassen.

Der US-geführte Westen hat zu sehr auf militärische Mittel gesetzt und dabei Grundsätze der freiheitlichen Welt verraten. Dies hat wiederum die Dschihadisten ideologisch gestärkt. Der 42-jährige Politiker fordert deshalb einen Politikwechsel. Prävention gegen den Terror beispielsweise beginnt in hiesigen Schulen oder mit der Werbung für das demokratische Gesellschaftsmodell. Soldaten möchte er nur in Notfällen einsetzen. Mit seinen Vorschlägen skizziert Nouripour Wege aus der vermeintlich ausweglosen Situation.

Er warnt zudem eindringlich davor, den Dschihadisten in die Falle zu gehen. Deren Ziele haben nichts mit muslimischen Glaubenssätzen gemeinsam. Vielmehr missbrauchen die Terroristen die Religion für ihre Zwecke. Es handelt sich also keineswegs um einen Religionskrieg. Vielmehr nutzen die Dschihadisten regionale Konflikte, um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen.

Es geht dabei nicht nur um die bekannten Konflikte in Afghanistan und Libyen oder in Syrien und im Irak. Nouripour beschreibt auch die Probleme in anderen Staaten, die von Bosnien-Herzegowina über die afrikanischen Länder wie Nigeria und Mali bis hin zu den Philippinen reichen.

Die westlichen Staaten sind also falsch beraten, wenn sie mit einfachen Antworten auf die verschiedenen Auseinandersetzungen reagieren. Vielmehr müssen sie erkennen, wie breit die Dschihadisten weltweit aufgestellt sind und welche enormen Aufgaben für ihre eigene Politik sich daraus ergeben.

Andreas Schwarzkopf

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