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Gegen die Datenkrake

Das Kartellamt will die Rechte der Facebook-Nutzer stärken.

Das Vorgehen des Bundeskartellamtes gegen Facebook und dessen Geschäftspolitik wird weitestgehend unterstützt. Die Behörde will verhindern, dass das US-Unternehmen die Nutzerdaten von verschiedenen Quellen in den einzelnen Facebook-Konten in Deutschland ohne explizite Zustimmung der Nutzer zusammenführt.

Die „Stuttgarter Zeitung“ kommt zu dem Schluss: „Um es klar zu benennen: Bei dieser Entscheidung geht es für Facebook ums Eingemachte – nämlich um das Ziel, uns alle künftig noch wesentlich effizienter als bisher zu durchleuchten, unsere Ängste und Sehnsüchte zu verstehen und anschließend daraus Werbeerlöse zu generieren.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ meint dazu: „In Kalifornien arbeiten Hunderte Fachleute von Facebook daran, die Technik hinter den Chat-Apps der drei Dienste in einem System zu integrieren. Das macht es noch einfacher, eine zusammenhängende Datenbank zu schaffen, gefüttert mit dem Leben von mehr als zwei Milliarden Menschen. Ist dieses System einmal im Einsatz, wird es noch schwieriger für die Monopolaufsicht, Vorschriften gegen Facebook durchzusetzen.“

Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ schreiben: „Es existieren aber schon heute genug Alternativen zu Facebook, Whatsapp oder Instagram, die mehr Datensicherheit bieten. Sie alle dümpeln in der Nische dahin. Selbst Datenskandale warfen den Giganten aus Kalifornien nicht aus der Bahn. Der Großteil der Nutzer scheint keinen gesteigerten Wert darauf zu legen, was mit seinen Daten geschieht. Andernfalls hätte er dem Konzern längst den Rücken zugekehrt. Auf lustige Bildchen und Videos, ein Update zu den jüngsten Erfolgen des Kollegen beim Abnehmen sowie maßgeschneiderte Werbung können wir sicher alle verzichten. Wir wollen es aber scheinbar nicht.“

Die „taz“ findet: „Der Konzern hat jahrelang NutzerInnen bewusst im Unklaren darüber gelassen, was mit ihren Daten passiert. Facebooks Verfahren dabei: möglichst viele Daten über die sogenannten Drittanbieter sammeln, diese mit dem Facebook-Profil verbinden und so ein dichtes Netz an wertvollen persönlichen Informationen knüpfen. Das Ziel: immer weiter wachsen und noch mehr Daten sammeln. Daten sind das Kapital des Konzerns. Gut, dass das Bundeskartellamt einschreitet.“

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