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Putins Problem ist nicht allein das Coronavirus.

Kommentar

Gefahren für Putin

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Die Corona-Pandemie ist für den russischen Staatschef weniger gefährlich als die Wirtschaftskrise, die ihr folgt. Der Kommentar.

Was auch passierte, auf den TV-Bildschirmen sah Staatschef Wladimir Putin in den vergangenen Jahrzehnten am Ende immer gut aus. Russlands ewiger Gewinner, mal zockte er auf Waffenstillstandskonferenzen ausländische Widersacher ab, mal im Wahlkampf die heimische Opposition. Beim Coronavirus ist das anders. Es hat in den vergangenen Wochen Putin-Sprüche reihenweise widerlegt.

Auch wenn die Corona-Todesrate höher wäre als Putins Statistik, wirklichen Schrecken würde die Krankheit im russischen Alltag kaum verbreiten. Aber Putins Problem ist nicht allein das Coronavirus. Er hat sich auch im Ölpreiskrieg im März verzockt. Jetzt bedrohen Ölkrise und Quarantäne den unternehmerischen Mittelstand existenziell.

Millionen Russen aber fürchten Langzeitarbeitslosigkeit. Sie alle warten bisher vergeblich darauf, dass der Präsident den mit circa 150 Milliarden Dollar prall gefüllten staatlichen Wohlstandsfonds für sie schlachtet. Putins Problem könnte sein, dass er zu satt ist, um zu spüren, wenn der Hunger anfängt, seine Untertanen zu quälen.  

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