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Gefährliches Flickwerk

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Von: Axel Veiel

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EDF hat angekündigt, in den nächsten zehn Jahren 50 Milliarden Euro zu investieren.
EDF hat angekündigt, in den nächsten zehn Jahren 50 Milliarden Euro zu investieren. © Imago

Die verrosteten Kühlrohre vieler französischer Atomkraftwerke zeigen, wie marode die Energieversorgung des Nachbarn ist.

Kaum ist die eine Hiobsbotschaft über französische Atomkraftwerke verhallt, ertönt schon die nächste. Vor einer Woche hatte Greenpeace ein Gutachten vorgelegt, wonach die mit hochradioaktiver Flüssigkeit gefüllten Abklingbecken vor Terrorattacken nicht ausreichend geschützt sind. Nun berichtet die Atomaufsicht von rostigen AKW-Kühlrohren, die Überschwemmungen oder Erdstößen nicht gewachsen seien. Die Herausforderungen sind ja auch gigantisch.

In den 1970er Jahren hatte die an der Spitze des nuklearen Fortschritts marschierende Nation nahezu einvernehmlich beschlossen, nicht nur militärisch, sondern auch zivil auf Atomkraft zu setzen. Das Land baute den Großteil der heute 58 französischen Reaktoren. Was wiederum heißt: Viele sind am Ende ihrer 40-jährigen Lebensdauer angelangt.

Und als wäre dies nicht schon lange absehbar gewesen, fehlt es nun erschreckend an Alternativen. Noch immer deckt Frankreich rund drei Viertel seines Strombedarfs aus Atomkraftwerken. Das Energiewendegesetz, wonach der Anteil bis 2025 auf 50 Prozent sinken soll, hat sich als frommer Wunsch entpuppt. Was den Betreibern bleibt, ist Flickwerk am Altbestand – gefährliches Flickwerk.

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