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Ramelow hat sich entschuldigt. Doch die politische Konkurrenz in Thüringen hat Lunte gerochen.
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Ramelow hat sich entschuldigt. Doch die politische Konkurrenz in Thüringen hat Lunte gerochen.

Kommentar

Bodo Ramelows gefährlicher Fehler

  • Markus Decker
    VonMarkus Decker
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Der thüringische Ministerpräsident Ramelow hat Grenzen überschritten, wenn er einräumt, während der Ministerpräsidentenkonferenz Candy Crush zu spielen – und wenn er die Kanzlerin als „Merkelchen“ bezeichnet. Ein Kommentar.

Bodo Ramelow ist der extrovertierteste Ministerpräsident hierzulande. Das zeigt sich vor allem in den sozialen Netzwerken, wo sich der 64-jährige Linke zuweilen als eine Art Entertainer betätigt. Was Ramelow im „Clubhouse“ tat, geht über das bisher Dagewesene hinaus.

Ramelow überschreitet gleich mehrere Grenzen, wenn er einräumt, während der Ministerpräsidentenkonferenz Candy Crush zu spielen – und wenn er die Kanzlerin als „Merkelchen“ bezeichnet. Das wirkt ebenso frivol wie sexistisch in Zeiten, in denen es auf Intensivstationen coronabedingt um Leben und Tod geht. Es wirkt auch so, als nähme Ramelow diese Konferenz nicht ernst. Wie aber sollen sie dann Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen?

Man sollte Institutionen nicht lächerlich machen, wenn diese Institutionen in der Verfassung nicht vorgesehen sind und ihre Legitimation sowieso infrage steht. Auch macht sich Sexismus schlecht in einer Partei, die sich den Kampf dagegen auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Ramelow hat sich entschuldigt. Doch die politische Konkurrenz in Thüringen hat Lunte gerochen. Und der „Clubhouse“-Auftritt bleibt so irritierend, dass sich der Linken-Politiker nun in einer gefährlichen Zone befindet. Mehr darf nicht kommen.

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