1. Startseite
  2. Meinung

Gefährliche Öffnung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Alisha Mendgen

Kommentare

Künftig können die Länder 3G-und 2G-Regeln sowie Abstandsgebote nur noch verhängen, wenn die Parlamente sich vorher damit befassen.
Künftig können die Länder 3G-und 2G-Regeln sowie Abstandsgebote nur noch verhängen, wenn die Parlamente sich vorher damit befassen. © Bernd Wüstneck/dpa

Während die Infektionszahlen massiv steigen, sollen Pandemiebeschränkungen weitgehend fallen – so ist das Land auf eine weitere Welle denkbar schlecht vorbereitet. Der Kommentar.

Die Corona-Politik war seit Pandemiebeginn immer wieder fragwürdig. Das gilt umso mehr für die neueste Anpassung des Infektionsschutzgesetzes: Künftig können die Länder 3G-und 2G-Regeln sowie Abstandsgebote nur noch verhängen, wenn die Parlamente sich vorher damit befassen, Kontaktbeschränkungen soll es gar nicht mehr geben. Bei aktuell mehr als 250 000 Neuinfektionen und Hunderten Toten pro Tag ist das absurd und gefährlich.

Dass ausgerechnet Karl Lauterbach, einer der lautesten Mahner, diese von der FDP durchgesetzte Entscheidung verteidigen muss, grenzt an Realsatire. Mit diesem Infektionsschutzgesetz kommt Deutschland nicht vor die Welle, sondern hinkt wieder hinterher.

Richtig ist, dass die Lage auf den Intensivstationen stabil ist und weniger Patient:innen künstlich beatmet werden müssen als vor einem Jahr. Doch die Belastung verlagert sich auf die Normalstationen und niedergelassene Ärzt:innen. Und die Impfkampagne stockt.

Auch der Expertenrat der Bundesregierung hatte angemahnt, dass die Pandemie schnelle Reaktionen erfordert. Nur hört ihm wohl niemand zu. Klar ist: Die Länder brauchen mehr Werkzeuge, um rasch reagieren zu können. Schon jetzt gibt es Stimmen, etwa Lauterbach, die vor einer weiteren Welle warnen. Darauf ist Deutschland schlecht vorbereitet.

Auch interessant

Kommentare