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Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, wirft den Klimaaktivist:innen fehlende Kompromissfähigkeit vor.
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Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, wirft den Klimaaktivist:innen fehlende Kompromissfähigkeit vor.

Klimabrief

Sehr geehrter Herr Merz, finden Sie den Fehler?

Ein Klimabrief von Etienne Denk, Aktivist bei Fridays for Future.

Sehr geehrter Herr Merz und alle, die sich ebenso als Muster-Demokrat:innen sehen, stellen Sie sich einen Gerichtssaal vor:

Zum Aufruf kommt die Rechtssache Natur gegen die CDU. Sind die Vertreter:innen der Parteien anwesend? Friedrich Merz für die CDU? – ja, Euer Ehren! – Und für die Natur Fridays for Future? – Ja, Euer Ehren! – Finden Sie den Fehler?

Sie werfen Fridays For Future immer wieder vor, wir seien nicht kompromissbereit. Es sei Teil von Demokratie, alle Interessen zu berücksichtigen. Und man bekomme ja in einer Demokratie nicht alles, was man wolle, das sei eben so.

Dass dieser Vorwurf Unsinn ist, ist eigentlich recht leicht zu verstehen. Als Fridays for Future, als Bewegung aus vielen Individuen, als Menschen mit verschiedenen Hintergründen, vertreten wir nicht Interessen in der Form, wie Parteien es tun. Wir haben keine eigene Agenda. Wir sprechen nur laut aus, was wissenschaftlich der Fall ist. Nämlich, dass wir vor einem Klimakollaps stehen, dessen Auswirkungen so gravierend sind, dass viele Menschen eine sachliche Darstellung für politische Polemik halten. Die Botschaft ist nicht von uns, wir sind nur die Überbringer. Sie wollen Kompromisse schließen? Dann sind Sie bei uns an der falschen Stelle! Für den Überbringer einer Nachricht, eine Protestbewegung, die Sie darauf hinweist, dass Sie keine adäquate Lösung vorgelegt haben, ist ein Kompromiss keine passende Kategorie.

Wir fordern die Einhaltung des Pariser Abkommens, die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze, und dass sich die Politik an wissenschaftliche Tatsachen hält. Und last, but not least, dass die Ausgestaltung davon gerecht geschieht.

Sollen wir hier irgendwelche Abstriche machen? Sie und die Partei, deren Vorsitzender Sie werden wollen, tun das erwiesenermaßen.

Außerdem, selbst wenn wir an einem Verhandlungstisch säßen: Könnten wir uns anmaßen, für all jene zu sprechen, die unter unserem Kompromiss leiden? Zukünftige Generationen und natürlich Menschen im globalen Süden?

Also, warum machen wir keine Kompromisse? Es gibt keinen Verhandlungstisch. So einfach ist das. Und hat die Natur bisher auf Ihre Kompromissvorschläge reagiert? Nein?

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Etienne Denk ist Klimaaktivist der Fridays-for-Future-Bewegung.

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