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Junge Menschen auf der ganzen Wekt fordern dringende Maßnahmen, um die Klimakrise aufzuhalten und die globale Erwärmung zu verlangsamen.
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Junge Menschen auf der ganzen Wekt fordern dringende Maßnahmen, um die Klimakrise aufzuhalten und die globale Erwärmung zu verlangsamen.

Klimaschutz

Lieber Unbekannter,

  • VonHanno Merschmeyer
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Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung.

ich habe Angst. Angst vor der Klimakrise. Nicht weil sie meine Kinder irgendwann betrifft, sondern weil Flutkatastrophen wie in Nordrhein-Westfalen, weil Waldbrände wie in Kalifornien und Hitzetote wie im Sommer 2018 überall auf der Welt die neue Normalität werden.

Wir kämpfen nicht darum, dass diese Dinge nicht noch mal passieren. Wir kämpfen darum, in welcher Häufigkeit diese passieren. Meine Generation wird damit umgehen müssen, genauso wie mit der wahrscheinlich ansteigenden Suizidrate durch Auswirkungen der Klimakrise. Das macht mir Angst.

Am Montag nach der Bundestagswahl bin ich in den ICE nach Dortmund eingestiegen, und als ich auf meinem Platz saß, war ich so verzweifelt und leer, dass ich fast geweint hätte. Obwohl wir am 24. September mit „Fridays for Future“ mehr als eine halbe Million Menschen in ganz Deutschland auf die Straße gebracht haben und obwohl der Klimawandel der Mehrheit der Bevölkerung bewusst ist, passiert quasi nichts.

Immer noch hat keine Partei einen Plan, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, und es werden immer noch Parteien gewählt, die die Klimakrise wie ein beliebiges Thema behandeln. Das ist frustrierend, und in meinen Kopf schwebt seit der Bundestagswahl immer wieder der Gedanke des Aufgebens, sich der Angst hinzugeben und einfach mein Leben zu leben.

Dieser Gedanke, der Gedanke an meine Zukunft erdrückt mich fast. Wie einfach es wäre, sich politisch nicht mehr zu engagieren und sich dem Lauf der Dinge zu ergeben. Um dieser scheinbar so einfachen Lösung zu entkommen, brauchte es nicht viel, außer einem Gespräch mit einer sehr guten Freundin, Helena. Auch sie hatte diese Gedankengänge schon, aber für sie war auch klar: Wir dürfen nicht aufgeben.

Die Klimakrise ist allumfassend, sie ist beängstigend, aber das ist auch natürlich. Es ist so verständlich, frustriert von dem aktuellen politischen Diskurs zu sein, aber wir dürfen uns davon nicht abschrecken lassen, denn wenn wir uns ergeben, was passiert dann?

Nichts.

Oftmals ist der einfache Weg kurzfristig bequemer. Aber langfristig wird das Leben dadurch nicht besser – eher im Gegenteil. Also, lieber Unbekannter, lass uns gemeinsam unbequem sein.

Dein Hanno Merschmeyer

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