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Lieber Herr Markus Krebber,

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Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung.

5,5 Milliarden Euro Gewinn haben Sie als CEO von RWE vor ein paar Tagen für 2022 angekündigt – das sind fast zwei Milliarden mehr als die Jahre zuvor. Gleichzeitig sorgen sich Menschen alltäglich über Hitzewellen, hohe Heizkosten und steigende Preise.

Irgendwie passt das nicht richtig zusammen.

Unternehmen wie RWE machen uneingeschränkt Übergewinne auf den Schultern von Menschen die enorm belastet sind von Gas-, Öl- und Klimakrise. Ihr Geschäftsmodell ist offensichtlich. Sie und viele weitere Energieunternehmen weltweit machen dort Gewinne, wo weltweit Ungerechtigkeiten durch Krieg und klimazerstörende Politik wachsen.

Sie sagen, dass Sie festhalten wollen an fossilem Gas. Gleichzeitig blockieren Sie damit die Offensive bei Erneuerbaren Energien, die für eine Unabhängigkeit von Autokratien und gerechte Lebensverhältnisse unabdingbar ist. Es ist eine surreale Diskussion, dreckige Energien wie Kohle, Öl und Gas weiter zu fördern, wenn ebendiese verantwortlich sind für Versorgungsnöte, die Menschen gerade mit existenziellen Fragen konfrontieren.

Eine klare, politische Antwort muss mit Ihren Interessen brechen und sich hinter die Bevölkerung stellen. Es braucht eine Übergewinnsteuer, die eine Finanzierung für sozial-gerechte Maßnahmen wie das 9-Euro-Ticket sichert und Menschen entlastet.

Sie und andere fossile Konzerne haben es geschafft, Politik und Gesellschaft in fossilen Narrativen und Abhängigkeiten zu fangen. Solange politische Entscheidungen den Gewinnen von Unternehmen folgen, werden die realen Sorgen von Menschen übergangen. Diese Ignoranz desillusioniert soweit, dass sie den Glauben an ihre politische Stimme verlieren. Demokratische Teilhabe scheint an wirtschaftliche Macht gekoppelt zu sein.

Jetzt ist es die Aufgabe der Ampelkoalition, Ihre Geschäfte zum Auslaufmodell zu machen. Solange die Gewinne von RWE nicht Gewinne für alle sind und weiterhin politische Handlungen von Interessen an Ihrem Profit gelenkt werden, wird Veränderung blockiert. Das bringt die Funktionalität unserer Demokratie enorm in Gefahr.

Wir alle merken, dass Zuschauen keine Option ist. Die Auswirkungen der Krisen sind Realität. Wir alle müssen beim nächsten globalen Klimastreik am 23. September auf die Straße gehen und unüberhörbar sein – gemeinsam können wir erreichen dass grundlegende Rechte nicht mehr an der Willkür von CEO wie Ihnen hängen.

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