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Klima-Brief von Fridays for Future: Es ist absoluter Notstand

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Die Klimakrise ist kein Generationenkonflikt. Sie betrifft alle.
Fridays-for-Future-Demo 2020 in Mainz: Die Klimakrise ist kein Generationenkonflikt. Sie betrifft alle. © Andreas Arnold/dpa

Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung.

Liebe Oma,

als ich vor drei Jahren angefangen habe, fürs Klima auf die Straße zu gehen, bist du mitgekommen. Es ging um uns, deine Kinder und Enkelkinder.

Wir sollten eine sichere Zukunft haben und nicht Angst vor den nächsten Jahrzehnten unseres Lebens. Seitdem ist einiges an Zeit vergangen. Die Klimakrise ist hier hingekommen, war bei dir im Rheinland in Form der Flutkatastrophe im Ahrtal. Und es ist heiß geworden.

Die Hitze zeigt deutlich, wie nie, dass wir an einem Strang ziehen müssen. Die Klimakrise ist kein Generationenkonflikt, bei dem wir jungen Menschen gegen alte Menschen wie Dich stehen. Die Klimakrise betrifft uns alle.

Klimakrise: Hitzewelle in Deutschland

Deutschland bricht einen Temperaturrekord nach dem anderen. Bei dir waren es letzte Woche über 40 Grad und in unzähligen Städten wurden historische Rekordhitzen gemessen. 35 Grad, 40 Grad, 42 Grad, 43 Grad… Wenn man vor einigen Tagen die A44 bei Kassel entlanggefahren ist, brannten an der Seite Bäume.

Hier ist Deine Generation Risikogruppe. Menschen über 65 sterben häufiger an den immensen Temperaturen, müssen ins Krankenhaus oder haben gesundheitliche Probleme. Aus Portugal kam vor ein paar Tagen die Meldung von über 1000 Hitzetoten, die meisten in Deinem Alter. Es ist absoluter Notstand. Das Schlimmste finde ich, dass die Politiker:innen und andere Entscheidenden sich überhaupt nicht anpassen.

Auf der einen Seite sind da wir, die versuchen, irgendwie mit den Temperaturen klarzukommen und Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit die Gefahr nicht tödlich wird, von Ventilatoren über genau geplantes Lüften, damit Deine Wohnung sicher bleibt.

Klimakrise: Es ist absoluter Notstand

Die Bundesregierung spricht währenddessen über neue Pipelines, diskutiert, ob Kohle doch länger zu verbrennen vielleicht eine Lösung für die Energiekrise sein könnte und will das Neun-Euro-Ticket, das Millionen klimagerechten Verkehr nähergebracht hat, am liebsten gleich wieder abschaffen. Ich frage mich wirklich, wo das dieser Situation gerecht werden soll.

Es ist nicht nur eine Zeit, in der wir aufeinander aufpassen sollten, um diesen Sommer gemeinsam durchzustehen. Es ist auch der Moment, an dem wir politisch zusammenstehen müssen, damit das nicht der kälteste Sommer unseres weiteren Lebens wird. Im Alltag – und bald wieder auf den Straßen.

Deine Magdalena

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