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Eine Krankenschwester bereitet eine Corona-Impfung mit dem Impfstoff Vero der chinesischen Firma Sinopharm im Krankenhaus Edgardo Rebagliati vor.
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Zwei EU-Kommissarinnen fordern die weltweite Zusammenarbeit im Kampf gegen Corona. (Symbolbild)

Gastbeitrag

Covid-19-Impfstoffe müssen gerecht verteilt werden

Die Corona-Pandemie kann nur überwunden werden, wenn weltweit mehr geimpft wird. Dabei kann die Europäische Union schwächere Staaten unterstützen. Ein Gastbeitrag.

Die Europäische Union hat ihre Verantwortung gegenüber der übrigen Welt von Beginn der Krise an sehr ernst genommen. Uns ging es nie um eine bevorzugte Behandlung der EU. Vielmehr war von Anfang an Solidarität bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen unsere Maxime — gepaart mit dem festen Ziel einer weltweiten Impfquote von 70 Prozent bis Ende September 2022.

Viele einkommensschwache Länder sind aber noch weit von diesem Ziel entfernt. Auf unserem Nachbarkontinent Afrika etwa sind nur vier Prozent der Menschen geimpft. Das stellt uns vor eine beispiellose Aufgabe, die wir nur gemeinsam stemmen können.

Impfstoffstrategie gegen die Corona-Pandemie: Die EU kann Menschenleben retten

Die EU-Staaten sind in der Lage, in hohem Maße zur Rettung von Menschenleben beizutragen und der Corona-Pandemie weltweit Herr zu werden, nicht zuletzt dank unserer erfolgreichen Impfstoffstrategie. Wir haben ein diversifiziertes Impfstoffportfolio aus über 4,2 Milliarden verträglicher und wirksamer Impfdosen für die gesamte Menschheit angelegt. Bislang wurden über 800 Millionen Corona-Impfstoffdosen innerhalb der EU ausgeliefert. So konnten über 290 Millionen Menschen geimpft werden.

In diesem Geiste der Solidarität und der Abstimmung haben wir unser Versprechen eingelöst, bis Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der EU gegen Corona zu impfen. Darüber hinaus haben wir genügend Impfdosen für unsere Bevölkerung und für andere gesichert.

EU hat sich der gerechten Verteilung der Impfstoffe gegen Corona verschrieben

Die EU und ihre Mitgliedstaaten, die im Verbund als Team Europa auftreten, haben sich der gerechten Impfstoffverteilung und der Solidarität verschrieben. Als globale Apotheke und größter Impfstoffexporteur weltweit werden wir die übrige Welt auch weiterhin unterstützen.

Wir haben die Hälfte der in der EU hergestellten Impfstoffe exportiert – bisher 900 Millionen Impfdosen. Und wir leisten mit über drei Milliarden Euro den größten Beitrag zu Covax, der globalen Initiative für eine gerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen in über 140 Länder.

Zu den Autorinnen

Stella Kyriakides ist EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
Jutta Urpilainen ist EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften.

250 Millionen Impfdosen für einkommensschwache Länder: Verpflichtung der EU

Als Team Europa müssen wir unserer Verpflichtung nachkommen, einkommensschwache Länder bis Ende 2021 mit über 250 Millionen Impfdosen zu versorgen. Bislang haben die Mitgliedstaaten aber nur rund 50 Millionen Impfdosen ausgeliefert. Umso mehr müssen wir uns jetzt ins Zeug legen, um dieser Verpflichtung nachzukommen. Als Kommission werden wir unseren Beitrag leisten und bis Mitte nächsten Jahres Mittel für eine neue Spende von weiteren 200 Millionen Impfdosen freigeben.

In Europa erholen wir uns langsam von der Pandemie. Die günstigere Gesundheitslage und die gelockerten Beschränkungen haben unsere Wirtschaft wieder auf Touren gebracht. Das BIP der EU dürfte in diesem Jahr um 4,8 Prozent und 2022 um 4,5 Prozent zulegen. Aber noch steht alles auf tönernen Füßen. Die Pandemie ist noch nicht vorüber — und die globale Erholung verläuft schwankend. Je länger sich eine weltweite Impfung hinzieht, desto mehr laufen wir Gefahr, dass sich neue, ansteckendere und gefährlichere Varianten ausbreiten.

Impfstoffspenden und Hilfe beim Aufbau von Impfzentren gegen Corona

Corona macht nämlich nicht an den Grenzen Halt. Solange nicht alle geimpft sind, sind auch wir nicht in Sicherheit. Das ist kein Klischee. Und auch kein rein moralisches Gebot, sondern eine gesundheits- und geopolitische Notwendigkeit. Wir sind nach wie vor bereit, Impfstoffspenden zu ermöglichen und zu unterstützen. Wenn wir den Ländern aber beim Aufbau von Impfzentren helfen wollen, müssen wir transparent in Bezug auf Herstellungs- und Lieferfristen sein.

Im Übrigen beschränken wir uns nicht auf reine Spenden. Wir investieren auch in die Herstellung von Impfstoffen und Arzneimitteln vor Ort, um den strukturellen Bedarf in Afrika zu decken, um dortige Impfengpässe zu beseitigen und die Vorsorge- und Bewältigungskapazitäten auszubauen.

EU-Kommissarinnen fordern weltweite Zusammenarbeit im Kampf gegen Corona

Team Europa spielt eine entscheidende Rolle für die weltweite Impfstoffsolidarität, für die Überwindung der Pandemie und für eine nachhaltige Erholung. Hierzu gehört, dass wir für mehr globale Gesundheitssicherheit sorgen und die Vorsorge gegen Gesundheitsgefahren weltweit ausbauen. Das hat für uns Priorität und ist integraler Bestandteil unserer Europäischen Gesundheitsunion.

Das lässt sich an der Einrichtung der Europäischen Behörde für Krisenvorsorge und -reaktion im Gesundheitswesen (Hera) ablesen, die für eine engere internationale Zusammenarbeit und ein entsprechendes Handeln in künftigen Notsituationen steht. Wir können diese Pandemie nur gemeinsam überwinden. Und wenn wir weltweit zusammenarbeiten, sind wir auf das, was noch kommen mag, besser vorbereitet. (Stella Kyriakides, Jutta Urpilainen)

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