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Boris Johnson hält nichts mehr von Corona-Maßnahmen.
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Boris Johnson hält nichts mehr von Corona-Maßnahmen.

Pandemie in englan

Boris Johnsons Corona-Politik oder: Elfmeterschießen of death

Die Corona-Politik von Boris Johnson ist ein britisches Vabanquespiel. Ein Gastbeitrag des Buchautors und Satirikers Jörg Schneider.

Am 11. Mai 2020 eröffnete ich an gleicher Stelle im Rahmen einer weiteren Sisyphos-Publikation einen Text zum Thema verschwörungspraktischer „Herdendummheit“ mit der ernüchternden Erkenntnis: „Bisweilen brummt uns die Welt Herausforderungen auf, die einem noch verheerender als üblich vor Augen knüppeln, wie hauchdünn der zivilisatorische Lack auf den Grundfesten unserer vermeintlich humanistisch geprägten und angeblich auf Solidarität basierenden Gesellschaft ist.“

Und kaum ein gutes Jahr später ist es dann auch mal wieder soweit, denn am 19. Juli, von der englischen Presse flugs zum vermeintlichen „Freedom (aber wohl eher Judgement) Day“ gepimpt, gedenkt der britische Blödelhenker Boris Johnson auf seiner persönlichen Experimentierinsel - offenbar aufgrund der fachärztlichen Beratung der Gemeinschaftspraxis Mabuse, No & Fu Manchu - und unter dem sinnfreien Jubel zigtausender Co-Hirnloser mal eben sämtliche vor Ort herrschenden Corona-Regeln nonchalant aufzuheben. Eine in ihrer sensationellen Ignoranz gegenüber einer ja leider noch immer weltweit grassierenden Pandemie nahezu beschreibungsresistente Dämlichkeit, die in puncto Verantwortungslosigkeit wahrlich ihresgleichen sucht und wohl dennoch nur schwerlich finden wird.

Corona-Politik in England: Kantersieg der Delta-Variante

Gut, auch die UEFA (neben ihren global agierenden Mitmafiosi der FIFA und der katholischen Kirche womöglich die einzige Institution, die seit Anbeginn der Zeit jeglichen Formen der Aufklärung wacker zu trotzen vermochte und damit in ihrer „Einzigartigkeit“ wohl irgendwo zwischen kleinem gallischen Dorf und Galapagosinseln anzusiedeln) hat sich diesbezüglich bei der zurückliegenden EM mit der hemmungslosen Freigabe grotesker Zuschauerzahlen - u.a. bei gleich zwei glorreichen 60.000 : 0 Kantersiegen der Delta-Variante im Londoner Wembleystadion - auch nicht zwingend mit einem Übermaß an Ruhm bekleckert, aber derart siegessicher ein ganzes Land nach Gutdünken und Gutsherrenart gegen die Wand zu donnern ... Respekt.

Alles in allem - und auch das habe ich seinerzeit bereits im eingangs erwähnten Herdendummheitstext erwähnt - einmal mehr „kein allzu glänzendes Zeugnis für unsere evolutionäre Unentbehrlichkeit, die sich ja gerade unsere Dümmsten immer wieder gerne mal selbst attestieren“ und damit gleichsam nur eher so mittelschlau.

Zwar erlebt in Großbritannien derzeit u.a. die hochgradig ansteckende Delta-Variante einen weiteren persönlichen Babyboom und auch die ca. 30.000 Gesamtneuinfektionen pro Tag sollten ja eigentlich eine recht deutliche Sprache sprechen ... aber mal ganz unter uns (und Herrn Johnson): Was soll da schon groß passieren?

Zumal der Mann, dessen destruktives Gegockel selbst beim Showrugby kleine Kinder zu Boden „tackled“, sich wohl kaum besagte Chance entgehen lassen dürfte, einmal exklusiv ein ganzes Land in dieselbe Richtung zu bugsieren.

England: Finales Elfmeterschießen mit dem Coronavirus

Leid tut‘s einem allerdings für die ja durchaus zahlreich vorhandenen vernünftigen Briten, denen eine demokratische Mehrheit allzu argloser Wähler einen so scham- wie skrupellosen und von seiner eigenen Geltungssucht besoffenen Narzissten wie Herrn Johnson aufs Auge gedroschen hat. Zugegeben, sein Naturell ist zwar nicht eins zu eins mit der allumfassenden Charakterkatastrophe der in ihrer Widerlichkeit schon lange nicht mehr sprachlich zu vermittelnden, andreasgrabentiefen Verabscheuungswürdigkeit jener Labilenlegende zu vergleichen, die zwischen dem 20. Januar 2017 und dem 20. Januar 2021 federführend die USA zur möchtegernautokratischen Bananenrepublik stümperte ... aber so richtig tröstlich ist das ja irgendwie auch nicht.

Bliebe abschließend vielleicht noch anzumerken, was wir uns alle hätten sparen können, wenn wir bloß auf Carmen Geiss, den angeblich weiblichen Teil des totenkopfpaillettenbesetzten Proll-protz-Hohlkopf-Glitzerehepaares gehört hätten, die ja bereits zu Pandemiebeginn (vermutlich aus irgendeiner Ich-ernähre-mich-von-transdimensionalem-Licht-Internetquelle) bombensicher wusste, dass Zwiebeln - aber voll echt ehrlich!! - gegen das Virus helfen.

Also sei‘s drum, England: Dann mal viel Glück am kommenden Montag beim finalen Elfmeterschießen mit dem Coronavirus. Eine traditionsreiche Disziplin, die ihr ja draufhabt wie keine andere Nation. (Jörg Schneider)

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