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Frost stiehlt sich davon

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Von: Sebastian Borger

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Brexit-Minister David Frost sendet mit seinem Rücktritt Signale an die harte nationalistische Rechte der Torys. Ein Kommentar.

Seit der katastrophalen Brexit-Entscheidung von 2016 sind die regierenden Torys nach rechts gerückt und zur nationalistischen Populistentruppe mutiert. Das ist vor allem Boris Johnson zuzuschreiben. Ihm assistierte David Frost. Der einstige Brexit-Skeptiker entwickelte sich zum begeisterten Befürworter der möglichst harten Trennung vom europäischen Einigungsprojekt.

Jüngst lenkte London bei einem Streitpunkt mit der EU über die Funktion des Europäischen Gerichtshofs bei etwaigen Streitfragen ein. Diese Bloßstellung dürfte Frosts Rücktritt aus Johnsons Kabinett zugrunde liegen. Frosts Gezeter über die vermeintlich drakonischen Corona-Maßnahmen sowie Steuererhöhungen stellen wenig mehr dar als Rauchsignale an die harte nationalistische Rechte der Torys: Seht her, ich bin einer von euch.

Dass Frost den Schritt ausgerechnet zum Zeitpunkt von Johnsons größter Schwäche geht, weist ihn erneut als Opportunisten aus. Und er stiehlt sich feige aus der persönlichen Verantwortung: Schon jetzt türmen sich die Brexit-Probleme. Im neuen Jahr werden sie zunehmen.

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