+
Steinbrück, ehemals SPD-Kanzlerkandidat, übt scharfe Kritik an seiner Partei (Archivbild).

Steinbrück gegen SPD

Fröhliche Heulsusen

  • schließen

Wenn der einst kläglich gescheiterte Kanzlerkandidat nur Häme über seine Partei ausgießt, dann kann sie so schlecht eigentlich nicht sein. Der Kommentar.

Ob Peer Steinbrück jemals ein Grund war, SPD zu wählen, werden selbst Sozialdemokraten gelegentlich bezweifeln. Jetzt aber könnte es so weit sein. Denn selbst Abtrünnige werden ins Grübeln kommen, wenn sie hören, was der im Jahr 2013 kläglich gescheiterte Ex-Kandidat an arroganter Häme ausgießt über „seine“ Partei. Wer von diesem Mann in dieser Weise angegriffen wird, kann so schlecht eigentlich nicht sein.

Steinbrück selbst macht kaum einen Hehl daraus, dass er zur FDP wesentlich besser passen würde: Offen empfiehlt er Typen wie Christian Lindner, dessen Stil er in seinem neuen Interview offensichtlich im Ernst als „nicht aufgesetzt“ bezeichnet. Aber noch schlimmer ist: Der Großmeister der Selbstverliebtheit stellt sich an die Spitze derjenigen, die den gesellschaftskritischen programmatischen Kern der Sozialdemokratie (soweit noch vorhanden) mit Diffamierungen wie „Heulsusen“ anzugreifen versuchen.

Steinbrücks Attacke sollte für Martin Schulz Motivation genug sein, neu in einen mutigen, fröhlichen „Heulsusen“-Wahlkampf zu starten. Die beste Strafe für Steinbrück wäre es, wenn die SPD die Wahl gewänne, bevor der Großsprecher endlich aus der Partei ausgetreten ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare