Kommentar

Der Freiheit zuliebe

  • vonDaniel Killy
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Reisende, die aus Risikogebieten zurückkommen, sollen sich auf Corona testen lassen. Das ist ein richtiger Schritt, wenn wir uns die Reisefreiheit erhalten wollen. Ein Kommentar.

Freiheit ist kompliziert. Offene Grenzen und den Wegfall von Ausweiskontrollen an Flughäfen müssen wir uns mühsam zurückverdienen – mit der gebotenen Vorsicht, die uns beim Umgang mit dem Coronavirus bisher recht gut getan hat. Umso einleuchtender ist der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz, Reisende künftig direkt nach der Rückkehr aus Risikogebieten zu testen.

Die bürokratischen Hürden scheinen vergleichsweise gering, Flughäfen lassen sich gut kontrollieren. Schwieriger wird es schon auf der Schiene und der Straße, wo es nun Stichproben geben soll: Der Autoverkehr durch den Schengenraum ist bei offenen Grenzen praktisch nicht zu kontrollieren – und die Dynamik der Corona-Entwicklung bringt es mit sich, dass sich regionale oder gar lokale Risikogebiete schnell verändern.

Menschen, die aus Risikoländern zurückkehren, müssen für zwei Wochen in Quarantäne. Wie viele Rückkehrer sich aber tatsächlich isolieren, ist fraglich. Die Regelung für Pflichttests und deren Finanzierung an Flughäfen ist ein erster Schritt, um die langsam wiederkehrende Reisefreiheit nicht zu gefährden. 

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