Bascha Mika über Krisenzeiten als Männerzeiten

Krankenschwestern, Pflegerinnen, Erzieherinnen, Kassiererinnen, Mütter: Werdet laut!

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Krisenzeiten sind Männerzeiten. Wo wir hinschauen, männliche Experten, Politiker, Lobbyisten. Es sind aber Frauen, die von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie am härtesten betroffen sind. Ein Kommentar.

Alle rufen nach Unterstützung – und zwar verdammt laut. Die Autoindustrie, die nicht nur von der Abwrackprämie träumt, sondern auch von gelockerten Abgaswerten. Die Lufthansa, die zwar unser aller Geld will, aber keineswegs ein Mitspracherecht der Geldgeber. Der Bauernverband, der mit dem Virus die Düngemittelverordnung zu schreddern hofft, die Gastronomie, der Tourismusverband, die Kulturschaffenden …

Doch was ist mit denen, die wir mit dem schönen Titel „Heldinnen des Alltags“ ausgezeichnet haben? Die Krankenschwestern, Pflegerinnen, Erzieherinnen, Kassiererinnen, Homeschooling-Mütter? Wie laut sind denn die mit ihren Forderungen? Hört sie überhaupt jemand?

Krisenzeiten sind Männerzeiten. Wo wir hinschauen, männliche Experten, Politiker, Lobbyisten. Es sind aber Frauen, die von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie am härtesten betroffen sind. Gretchenfrage: Wer steckt im Homeoffice wohl zurück und kümmert sich hauptsächlich um das Bespielen und Beschulen der Kinder samt Hausarbeit?

In allen Bereichen, wo Frauen bisher benachteiligt waren, werden die Verhältnisse derzeit noch übler und ungerechter. Da hilft nur eins: Frauenverbände, Lobbyistinnen und Aktivistinnen – werdet laut!

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