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Der Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen geht auf Talfahrt.

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Frauen in Top-Jobs: Steinzeit im Dax

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Janina Kugel verlässt den Vorstand von Siemens. Ja und? Nun ja, als Frau in einer Führungsposition war sie ohnehin schon eine Seltenheit. Der Kommentar.

1-0-1-0-0-1-0... Die Anzahl von Frauen in Dax-Vorständen liest sich fast wie ein binärer Code. Entweder haben die Unternehmen gar keine oder nur eine Frau in der Topetage. Anders bei Siemens. Der Industriekonzern hatte es tatsächlich auf zwei Frauen im Vorstand gebracht, eine Quote von 25 Prozent. Immer noch lächerlich, aber nicht schlecht im Vergleich.

Doch jetzt wird Janina Kugel, die oberste Personalerin, Siemens verlassen. Das wäre eigentlich kein Thema, stünde es nicht insgesamt so übel um die weibliche Präsenz. Betrachtet man die Börsenindizes Dax, Mdax und SDax zusammen, haben zwei Drittel überhaupt keine Frau im Vorstand. Deutschlands Wirtschaft wird gemanagt wie ein Steinzeit-Clan.

Das wird sich nur ändern, wenn sich die Unternehmenskulturen radikal modernisieren. Wenn sich die Arbeitswelt so wandelt, dass es Frauen in Top-Jobs aushalten. Wenn die vielfach belegten Befunde – dass divers aufgestellte Leitungsteams erfolgreicher arbeiten – endlich in den männlich dominierten Führungsetagen ankommen. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Auch in deutschen Konzernen.  

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