Kommentar

Fordern und helfen

  • schließen

Die EU sollte Erdogan deutlich machen, dass sie sich von ihm nicht erpressen lässt, darüber aber die Notleidenden nicht vergessen. Ein Kommentar.

Die EU-Vertreter sollten bei einem Treffen mit Recep Tayyip Erdogan dem türkischen Präsidenten klarmachen, dass sie sich von ihm nicht erpressen lassen. Dafür sollten sie sich daran erinnern, dass er bereits klein beigegeben hat, wenn Brüssel ihm mit Sanktionen drohte. Ökonomische Rückschläge können Erdogan und die schwächelnde türkische Wirtschaft nicht brauchen.

Dabei sollten die Europäer aber die Not der Flüchtlinge und damit das eigentliche Problem nicht aus den Augen verlieren. Sie sollten den Hilfsorganisationen und eben nicht Erdogan oder dem türkischen Staat – wenn nötig – mehr Geld geben, damit diese Notleidende versorgen. Deutschland und die anderen EU-Staaten sollten zudem endlich möglichst viele Flüchtlinge aus den überfüllten griechischen Lagern aufnehmen.

Zusätzlich sollten sie ihre Strategie überdenken. Die ist unter anderem darauf bedacht, für Flüchtlinge Europa als deren Ziel unattraktiv zu machen. Das Signal lautet: Ihr braucht gar nicht zu kommen. Dieses Vorgehen ist aber alles andere als erfolgreich. Die Hilfesuchenden kommen trotz allem. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare