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Folgen eines Irrtums

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Freundschaft mit dem Falschen: Altkanzler Gerhard Schröder und Wladimir Putin.
Freundschaft mit dem Falschen: Altkanzler Gerhard Schröder und Wladimir Putin. © Alexei Druzhinin/dpa

Gerhard Schröder wollte nicht wahrhaben, dass Wladimir Putin ihn maipuliert hat - schon in den Jahren seiner Kanzlerschaft. Der Kommentar.

Endlich hört Gerhard Schröder auf mit einer Sache, mit der er nie hätte anfangen sollen. Das bizarre Beharren des Altkanzlers auf Posten in der russischen Energiewirtschaft ließ Freunde wie Feinde zuletzt gleichermaßen rätseln: Woher kam dieser Trotz, dieser Starrsinn?

Wer ihm nur vorwirft, sich die Taschen vollgestopft zu haben, wird dem Menschen Gerhard Schröder nicht gerecht. Bis zuletzt hielt der Altkanzler an der Fiktion fest, es habe sein Gutes, wenn er eine Brücke baue zwischen Deutschland und Russland. Viele Deutsche sahen es ähnlich.

In Wirklichkeit aber wurde Schröder von dem gelernten KGB-Offizier Wladimir Putin manipuliert, schon in seinen Kanzlerjahren. Schröder wollte diese monströse Tatsache nicht wahrhaben. Bis zuletzt warnte er vor einer Dämonisierung seines angeblichen Freunds im Kreml – der dann aber den größten Zivilisationsbruch in Europa seit 1945 anordnete, Zehntausende in Tod und Elend schickte – und die Folterer und Mörder von Butscha mit Ehrenmedaillen auszeichnete.

Vor dieser lodernden Kulisse geriet der einsame Kampf des Altkanzlers um seine Ehre zu einem erbärmlichen Kampf gegen die Realität. Schröder hat sich getäuscht, nicht in einem Detail, sondern in einer für sein politisches Leben zentralen Frage.

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