Lufthansa

Flügellahme Fluglinie

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Das Hoch bei der Lufthansa darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Europa jede Menge Fluglinien darben. Die EU-Kommission und die Kartellbehörden sind gefragt.

Die Luftfahrt erlebt gerade eine Hochkonjunktur. Dennoch sind im vorigen Jahr in Europa drei Airlines in die Pleite geflogen: Air Berlin, Alitalia und die britische Monarch. Der Hauptgrund: Es gibt noch immer zahlreiche Fluggesellschaften, die direkt und indirekt von der öffentlichen Hand subventioniert werden. Diese Unterstützungen haben einen gnadenlosen Wettbewerb mit heftigen Preiskämpfen befeuert. Lufthansa-Chef Carsten Spohr liegt richtig, wenn er eine weitere „Konsolidierung“ der Branche prognostiziert. In Europa sind noch jede Menge flügellahme Fluglinien unterwegs.

Die Konsequenzen für die Politik: EU-Kommission und nationale Regierungen müssen den Mut haben, die staatlichen Unterstützungen zu streichen. Die Folge wird sein, dass kleine Schwache von großen Starken geschluckt werden: Die Alitalia – der Betrieb wird mit Steuergeld aufrechterhalten – wäre der erste Kandidat, der mutmaßlich von der Lufthansa gekauft würde. 

Gleichzeitig müssen die Kartellbehörden aufpassen, dass bei diesem Prozess keine Monopole entstehen. Wettbewerb muss gewährleistet werden, nicht nur, um den Anstieg der Ticketpreise zu begrenzen, sondern auch um Airlines zu mehr Effizienz zu zwingen. Das bringt auch mehr Umwelt- und Klimaschutz, weil die Fluggesellschaften dann verstärkt moderne Maschinen einsetzen müssen, deren Spritverbrauch deutlich niedriger als bei alten Mühlen liegt.

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