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Migranten auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland.

Türkei

Schmutziger Krieg gegen unbewaffnete Menschen: Die EU versagt in Griechenland

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Die Mutter aller Probleme ist die Unwilligkeit der Europäer, ihre Flüchtlingspolitik nach humanitären Standards zu ordnen. Der Kommentar.

Jetzt sind sie wieder da, die Bilder von Tausenden an Europas Grenzen, die Einlass begehren. Die Szenen erinnern an 2015 – nur wird diesmal keiner der EU-Verantwortlichen in Angela Merkels Fußstapfen treten und den Druck aus dem Kessel nehmen, indem den Flüchtlingen Einreiseperspektiven eröffnet werden. 

Denn seit Merkels Schritt ist ein Rechtsruck quer durch Europa gegangen, verschuldet von der von Untergangsszenarien gespickten nationalen und grenzüberschreitenden Polemik gegen die damalige Grenzöffnung. 

Tausende an Europas Grenzen: Ankara zieht die Erpressungskarte

Sinnbildlich dafür steht der fatale Satz von Horst Seehofer nach den rechten Hetzjagden von Chemnitz, die „Mutter aller Probleme“ sei die Migration. Keines der Szenarien wurde übrigens wahr, vielmehr sind die Flüchtlinge dort, wo sie auf Hilfsstrukturen trafen, inzwischen gut integriert.

Derweil zeigt sich jetzt brutal, dass die Mutter aller EU-Probleme in Wahrheit ihre Unfähig- und Unwilligkeit ist, ihre Flüchtlingspolitik nach humanitären Standards zu ordnen. Ankara zieht die Erpressungskarte, die dem Abkommen mit der EU immanent war. 

Nachrichten aus einem unerklärten Krieg

Athen antwortet mit Tränengas, die EU schickt Frontex, in der Ägäis sollen Maskierte den Motor eines Flüchtlingsboots zerstört haben. Das sind Nachrichten aus einem unerklärten, schmutzigen Krieg, gegen unbewaffnete Menschen, die nichts wollen als Leben und Zukunft. 

Das einzig wahrgewordene Schreckensszenario ist das: der Untergang der Humanität an den Grenzen der EU.  

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