Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Menschen auf der Flucht vor Diktatur, Krieg und Armut. Vonseiten der EU ist kaum Hilfe zu erwarten.
+
Menschen auf der Flucht vor Diktatur, Krieg und Armut. Vonseiten der EU ist kaum Hilfe zu erwarten.

Migration

Flucht nach Europa: Die einen treibt man in den Tod, andere machen auf Opfer - Frohe Weihnachten

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
    schließen

Die EU lässt Menschen auf der Flucht nicht nur sterben. Vieles scheint an den Außengrenzen vorsätzlich zu geschehen. Interessiert die Gewohnheitsopfer vermutlich nicht die Bohne. Ein Kommentar.

  • Auch während Weihnachten und Corona sterben Geflüchtete an EU-Grenzen.
  • Sowohl im Mittelmeer als auch auf der Landroute ist die Situation für Geflüchtete gefährlich.
  • Die EU reagiert darauf nicht – oder auf die falsche Weise.

Frohe Weihnachten! Ist es schön kuschelig warm bei Ihnen? Schmeckt der Morgenkaffee aus organischem Anbau? Oder der Chai-Latte? Während ich gerade orientalische Minze genieße, lässt die EU Menschen auf dem Mittelmeer und an europäischen Außengrenzen sterben. Und das offenbar vorsätzlich.

Keine Reaktion der EU auf eine bevorstehende humanitäre Katastrophe

Wie anders sind die letzten Meldungen beispielsweise aus Bosnien zu erklären, wo ein Lager geschlossen wurde, aber eine Provinzbehörde sich schlicht weigert, leerstehenden Raum für die Geflüchteten, oder besser Flüchtenden, zu öffnen. Welche Reaktion hat die EU diesbezüglich gezeigt? Richtig, gar keine. Sollen sie doch verlottern in der Kälte, Frauen, Männer und Kinder, egal, vielleicht sind die Bilder ja abschreckend genug, damit bloß keiner mehr auf die Idee kommt, ins glorreichen Europa fliehen zu wollen. Nicht, dass es im kuschligen Abendland plötzlich zu eng wird: Für die ganzen Nationalisten braucht es immerhin jede Menge Platz.

Ein weiteres Beispiel der europäischen Humanität gefällig? Wie in einem auf Twitter kursierenden Video zu sehen ist, haben wohl griechische Behörden Menschen gezielt dem Ertrinken ausgesetzt. Und zwar jenseits davon, dass die EU-Grenzschutzagentur Frontex an illegalen Pushbacks beteiligt ist. Was mittlerweile auch bei der letzten Hinterbänklerin in Brüssel angekommen sein dürfte, die zur Kenntnis nehmen sollte, dass die EU ihren Humanitätsanspruch längst im Mittelmeer versenkt hat.

Wenig von weihnachtlicher Nächstenliebe zu spüren

Menschen in Not auf einer Plastikinsel auszusetzen, hat dennoch eine andere Qualität. Was geht in den Vollstreckern solcher Maßnahmen vor? Wie kann das anders benannt werden, als das, was es ist: ein Verbrechen! Dabei spielt Weihnachten auch nur insofern eine Rolle, als das wohl davon ausgegangen wurde, die Öffentlichkeit habe mit Ente, Baum und „Ausgangssperre“ genug zu tun. Was schert sie da, was so in Sachen europäischem Humanismus passiert.

Was im Zuge dieser Unmenschlichkeit noch zusätzlich nervt, sind Leute, die sich permanent als Opfer (aka Corona-Leugner) gerieren, obwohl sie vermutlich noch nicht einmal im Winter in einen Dorfbach eingebrochen sind. Die ob ihrer Egozentriertheit das Leben anderer aufs Spiel setzen, von „Diktatur“ schwadronieren, ohne zu erkennen, wie schäbig sich das gegenüber Menschen anfühlt, die de facto vor Diktaturen und Armut nach Europa fliehen. Und die man potenziell lieber dem Tod aussetzt, als sie im Abendland einfach mal leben zu lassen. (Katja Thorwarth)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare