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Schon auffallend, dass Umweltschützer bei ihren Protesten immer so eine runde Erde mitbringen. Woran das wohl liegen mag?

Kolumne

Wachsam bleiben, wenn Flachdenker und Klimafantasten Unsinn statt Fakten verbreiten

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Wäre die Erde eine Scheibe und der Klimawandel erlogen, hätten wir weniger Probleme. Mit aberwitzigen Theorien verführen Volksverdummer leichtgläubige Menschen.

Ach wäre sie doch eine Scheibe, unsere Erde! Im Mittelalter war die Meinung von der flachen Erde noch weit verbreitet, obwohl es schon seit der griechischen Antike genug schlaue Menschen gab, welche für die Erde eine Kugelgestalt propagierten. Derzeit bekommt eine Bewegung Auftrieb, welche an die Schallplattengestalt der Erde glaubt, die sogenannten Flacherdler.

Für manche Seeleute aus der Mannschaft von Columbus war es damals eine der Sorgen, einfach über den Rand der Erde ins Nichts zu stürzen. Aber ansonsten hätte so eine flache Erde doch zahlreiche Vorteile. Es gäbe klare Verhältnisse, statt der Vorstellung von einer um die Sonne herumeiernden Kugel. Es gäbe, konsequent gedacht, keine wirklichen Himmelsrichtungen und damit kein Nord-Süd-Problem, keine Migrationsbewegungen in den reichen Norden, nicht die lästige Krümmung, welche am Horizont den Blick begrenzt, keine Pole und damit auch keine abschmelzenden Polkappen, kurz, der Menschheit bliebe einiges an Problemen erspart, wenn wir nicht auf diesem rotierenden Globus leben würden.

Wie schön es ohne Klimawandel wäre

So wie wir auch viel weniger Probleme hätten, wenn es keinen Klimawandel gäbe, vor allem keinen, an dem der Mensch schuld ist. Dann könnten wir weitermachen wie bisher. Keine Diskussionen um CO2-Ausstoß, um Verkehrswende und Pkw-Maut, um mehr Fahrradwege, um Inder und Chinesen, die so leben wollen, wie wir es in Mitteleuropa vormachen, auch der ungeheure Fleischkonsum wäre kein Thema mehr und Kohlekraftwerke könnten weiter befeuert werden.

Proteste zur Erhaltung des Hambacher Forstes oder der Amazonaswälder liefen wegen Sinnlosigkeit ins Leere und Massentierhaltung wäre nur noch ein Tierschutzproblem. Naja, den Waldschutz bräuchten wir immer noch, wegen der Biodiversität, die auch auf einer Erdscheibe Raum bräuchte.

Klimawandel? Gauländische Rechtspartei hält alles für erlogen

Da ist es doch am besten, zu leugnen, dass es einen Klimawandel gibt, den wir uns selbst eingebrockt haben. Es ist auch viel billiger, statt jetzt für ein Klimapäckchen (wer kann da schon von Paket reden!) Milliarden zur Verfügung zu stellen, wie es vom Bundeskabinett gerade beschlossen wurde. Praktisch alle Klimaforscher sind sich zwar einig, dass wir in einem sich rapide erwärmenden Erdklima leben und wer es verursacht hat. Aber das spielt keine Rolle. Man kann ja einfach mal behaupten, das alles sei erlogen, so wie dies aktuell eine gauländische Rechtspartei macht.

Und Trump, der zudem behauptet, die Demokraten seien undemokratische Hexenjäger. Und Putin, der sich darauf freut, auf aufgetauten Permafrostböden Weizen anzubauen – für die Lieferung in die austrocknenden USA. Auch der oft gehörte, aber deswegen nicht weniger absurde Vorwurf, an allem sei allein die Sonne schuld, erleichtert das Gewissen. Denn daran könnten wir Menschen sowieso nichts ändern.

Klimawandel: Fakten werden durch substanzlose Behauptungen ersetzt

So bewegen sich all die, welche den menschengemachten Klimawandel leugnen, und jene, welche an die Erde als Scheibe glauben, in den gleichen Sphären, in denen Fakten durch substanzlose Behauptungen ersetzt werden. Und weil solche Vorstellungen so manches einfacher machen würden, fallen noch immer leichtgläubige Menschen auf die Verschwörungstheorien herein.

Die Flachdenker und Klimafantasten verbreiten ihren Unsinn unzensiert und skrupellos. Es sollte uns wachsam machen, mit welch volksverdummenden Konsorten wir es da zu tun haben.

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