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Fifa-Affäre als Lehrstück

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Kritik an Blatter und am Weltfußballverband.

Der Skandal auf offener Bühne ist fast immer auch ein großes Schauspiel über menschliche Verhaltensweisen. In diesem Sinne ist die Affäre des Weltfußballverbands Fifa, in deren Mittelpunkt der langjährige Chefdesigner Joseph Blatter steht, ein Lehrstück der besonderen Art.

Die „Badischen Zeitung“ schreibt: „Dass der Richterspruch von Zürich den Herren Blatter und Platini missfällt, liegt auf der Hand. Beide führten sie ihre Verbände wie Autokraten. Sie unterstützten und protegierten Günstlinge und warfen sich mit Vehemenz all jenen entgegen, die die Strukturen der von ihnen geführten Verbände kritisierten oder sie gar zu ändern trachteten. Der selbst ernannte Gutmensch Blatter hat am Montag denn auch eindrücklich zur Schau gestellt, dass er immer noch nicht kapiert hat, dass die Fifa in all den Jahren die Grenzen von Recht und Anstand immer wieder verletzt hat. Er sei, so ließ Blatter verlauten, ein gewählter Präsident, also könne kein Richter, sondern höchstens der Fifa-Kongress ihn aus dem Amt befördern. Er allein, will er damit sagen, definiert also, was Recht und Unrecht ist im Staate Fußball.“

Die taz meint: „Das Züricher Urteil vom Montag offenbart vor allem, wie weit die Fifa noch von einer transparenten Rechtsprechung entfernt ist. Die harten Fakten werden schließlich eher bei staatlichen Behörden und nicht im eigenen Hause ermittelt. Dementsprechend sind die Urteile weniger faktenorientiert und mehr stimmungslastig. In dem einen Fall kommt dann eben eine lebenslange Sperre, in dem anderen eine achtjährige Verbannung dabei heraus. Auch wenn die Auswirkungen bei Blatter und Platini nicht so ins Gewicht fallen, wird eines doch deutlich: Die Fifa muss noch einiges leisten für mehr Glaubwürdigkeit.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ findet: „Tatsächlich hat der Präsident des Fußball-Weltverbandes seine Ethikkommission anfangs vor allem dazu genutzt, unliebsame Konkurrenten sperren zu lassen. Als Blatter die Fäden noch in der Hand hielt, ging das, Unabhängigkeit hin oder her. Auch deshalb ist es nicht ohne Komik, dass sich dieses Gremium jetzt über seinen Schöpfer erhebt. Blatter mag ein begnadeter Schauspieler sein, aber die Entrüstung, mit der er seinen Acht-Jahres-Bann beklagt, ist nicht gespielt. Wie kommt diese Kommission von seinen Gnaden nur auf die Idee, ihn zu sperren? Den Präsidenten? Steht er nicht über den Regeln? Tatsächlich hat genau dieses weit verbreitete Allmachtsgefühl dazu beigetragen, dass die Korruption in vielen Sportverbänden inzwischen zentrale Geschäftsbereiche durchdringt. Mir kann keiner was – in diesem Bewusstsein hat Blatter den Milliardenbetrieb Fifa fast vier Jahrzehnte in verschiedenen Rollen geführt. Und deshalb ist die Acht-Jahres-Sperre, die einem 79-Jährigen fast als lebenslänglich vorkommen muss, auch erst der Anfang.“

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