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Es fehlt ein Krisenmanager

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Niemand bekommt den VW-Skandal in den Griff.

Für die Beobachter von Skandalen ist es bemerkenswert zu sehen, dass es den Verantwortlichen nicht gelingen will, ein angemessenes Krisenmanagement zu entwickeln. Das ist auch im Abgasskandal von VW nicht anders, bei dem inzwischen das Fortbestehen des Weltkonzerns zur Disposition steht, zumindest so, wie wir ihn kannten.

Holger Steltzner ist in der „FAZ“ entsetzt über den Dilettantismus. „Wer in Wolfsburg nachfragt, hört einen Anrufbeantworter in Endlosschleife: Die Software in elf Millionen Autos mit dem Motortyp EA 189 wurde manipuliert. Der betrogene Kunde weiß nicht, ob er so ein Auto fährt. Fragt er seinen Händler, weiß der auch nicht weiter. Aber dieser muss auf der Hut sein, bloß kein falsches Wort zu sagen. So viel immerhin hat die Zentrale den Händler wissen lassen. Weil so auch noch der letzte Rest an Vertrauen zerstört wird, kaufen die Leute im Zweifel keinen Diesel oder kein Auto mehr von VW, ?koda oder Audi. Aus kriminellem Fehlverhalten einiger wird ein Desaster für die ganze Industrie.“

Michael Heller schreibt in der „Stuttgarter Zeitung“: „Martin Winterkorn fällt immer tiefer. Kaum hat der bestbezahlte Manager Deutschlands den Stuhl des VW-Managers räumen müssen, da nimmt ihn die Staatsanwaltschaft ins Visier. Die Zeiten in Deutschland sind vorbei, in denen der – gut abgefederte – Verlust des Jobs die Höchststrafe war, mit der ein Manager rechnen musste. Es ist die Pflicht der Staatsanwaltschaft, auch juristisch der Frage nachzugehen, wer verantwortlich ist für die Betrügereien in den USA. Die Justiz kann es sich nicht so einfach machen wie das Präsidium des Aufsichtsrats, das Winterkorn einfach glaubt, dass er von den Manipulationen nichts gewusst habe.“

Henrik Böhme versucht in der „Deutschen Welle“ die Folgen hochzurechnen: „Wie immer das ausgeht, für Volkswagen ist mit dem Abgasskandal eine neue Zeitrechnung angebrochen. Die Firmenstrategie ist es seither nicht mehr, die Nummer Eins werden zu wollen, sondern: den Laden vor der Zerschlagung zu retten. Denn nicht nur die Staatsanwälte in Braunschweig haben die Ermittlungen aufgenommen. Weltweit beginnen Ermittlungsbehörden, sich Volkswagens Aktivitäten in den jeweiligen Ländern genauer anzuschauen. Besonders heftig in den USA, von dort droht die größte Gefahr. Nicht nur von etlichen Autobesitzern, die sich getäuscht sehen und bereits Klage eingereicht haben. Mehrere Bundesstaaten wollen gemeinsam gegen den Konzern ermitteln.“

Für Kai Schöneberg von der „taz“ geht es längst nicht mehr nur um VW: „Dieselgate hat eine größere Dimension: Wenn der Hersteller von Käfer und Golf Gesetze biegt und missachtet, zeigt das dem Rest der Welt endgültig, dass der deutsche Saubermann-Konzern nichts als ein Phantasma war.“

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