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Fehlstart mit Folgen

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Von: Andreas Schwarzkopf

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Das Rote Rathaus in Berlin hat letztlich einen neuen Chef.
Das Rote Rathaus in Berlin hat letztlich einen neuen Chef. © Christoph Soeder/dpa

Die Heckenschützen im Berliner Abgeordnetenhaus haben Kai Wegner zwar zum Regierenden Bürgermeister gewählt, aber durch ihr Wahlverhalten den Kandidaten und die Koalition beschädigt. Der Kommentar.

Natürlich sind Abgeordnete nur ihrem Gewissen verpflichtet und nicht einem Fraktions- oder Parteizwang. Doch die Heckenschützen im Berliner Abgeordnetenhaus müssen sich schon fragen lassen, warum sie Kai Wegner erst im dritten Wahlgang zum Regierenden Bürgermeister gewählt haben.

Sie haben damit den Kandidaten, SPD-Politikerin Franziska Giffey und die neue Koalition als ganzes schwer beschädigt - auch, weil Wegner mit Hilfe der AfD ins Amt kommt. Außerdem haben sie keine politischen Ziele erreicht, sondern einen Warnschuss abgegeben. Wofür? Das bleibt ihr Geheimnis.

All das ist eine schwere Hypothek für die nicht mehr ganz so große Koalition. Ein normaler Start hätte vielelicht dazu beigetragen, dass die Wählerinnen und Wähler in Berlin über die schwere Geburt des Bündnisses hinweg sehen. Doch nun müssen CDU und SPD hart arbeiten, um das gleich vorweg verloren gegangene Vertrauen wieder aufzubauen. Müssen sie jetzt bei jedem politischen Projekt zittern, um eine Mehrheit zu bekommen?

Erschwerend kommt hinzu, dass nach den Abweichlerinnen und Abweichlern wahrscheinlich gesucht wird. Das wird die schlechte Stimmung weiter eintrüben. Viel schlechter hätten Wegner und seine Koalition nicht starten können.

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