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Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug vom Typ Tornado.

Bundeswehr

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Die Bundeswehr sagt nichts zu zivilen Opfern bei einem Angriff der IS-Koalition.

Linkspartei-Chef Bernd Riexinger hat treffend festgestellt: Es gibt keine Beteiligung an Kriegseinsätzen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen und das Leben von Zivilisten zu gefährden. Die Bundeswehr musste dies gerade wieder erfahren: Deutsche Tornado-Flugzeuge sollen Aufklärungsbilder für einen Luftangriff der Anti-IS-Koalition in Syrien geliefert haben, bei dem nach Angaben von Aktivisten 33 Unbeteiligte starben.

Das Verteidigungsministerium mag diesen Vorgang weder bestätigen noch dementieren, der Generalinspekteur der Bundeswehr informiert hinter verschlossenen Türen die Fachpolitiker des Parlaments. So notwendig militärische Geheimhaltung sein mag: Das ist ein sehr ängstlicher Umgang mit einem Fall, der die Akzeptanz des Anti-IS-Einsatzes erheblich schwächen dürfte.

Deutschland will mit seinen internationalen Partnern verhindern, dass der „Islamische Staat“ weiterhin Terror über Syrien und die Welt bringen kann. Ein Rückzug der Bundeswehr aus der Anti-IS-Koalition würde gewaltige außenpolitische Verwerfungen hervorrufen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die politische und militärische Führung der Truppe mit möglichen Fehlern offensiv umgeht. Wer sich wegduckt, nährt den Verdacht, Angst vor dem Bürger und Wähler zu haben.

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