1. Startseite
  2. Meinung

Fehlende Sicherheit

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Inge Günther

Kommentare

Den Angehörigen spendet die Tatsache, dass es kein koordinierter Anschlag war, wenig Trost.
Den Angehörigen spendet die Tatsache, dass es kein koordinierter Anschlag war, wenig Trost. © REUTERS

Abschreckung und Abschottung allein tragen wenig zur Sicherheit bei. Die Regierung Netanjahu braucht eine Antwort auf die Palästina-Frage. Ein Kommentar.

Nicht nur Israel hatte gehofft, die palästinensische Gewaltwelle sei verebbt, als der Terror in Tel Aviv zuschlug, tödlicher noch, als man es von den Anschlägen der letzten Monate kannte. Die Schüsse   im Ausgehviertel erinnern an die Attentate des „Islamischen Staats“ vom Herbst in Paris. Unterschiede gibt es dennoch. Anders als in Frankreich oder Belgien handelte es sich eben nicht um eine internationale, von langer Hand geplante Aktion im Auftrag des IS, sondern um zwei junge Palästinenser, die auf eigene Faust handelten. Für die Angehörigen der vier Todesopfer und die Verletzten ist das kein Trost. Und doch ist die Unterscheidung wichtig für die Terrorprävention.

Die Frage, die sich am Tag danach stellt, lautet: Wie verhindert man das nächste Attentat. Viel wird darüber geredet, man müsse die Lücken im Westbanksperrwall schließen und palästinensische Illegale jagen, die sich wöchentlich einschmuggeln, um einer Schwarzarbeit in Israel nachzugehen. Populär sind auch Kollektivstrafen gegen die Familien der Attentäter. Nur, Abschreckung und Abschottung allein tragen wenig zur Sicherheit bei. Die Lage im Westjordanland ist vor allem deshalb so verzweifelt, weil die Regierung Netanjahu keine ernsthafte politische Antwort auf die Palästina-Frage hat.

Auch interessant

Kommentare