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In Sachsen ist der Versuch gescheitert, wenigstens alle Grundschüler wieder in die Klassenräume zu lassen

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Falsches Signal

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Das Land Sachsen hätte einen Weg finden müssen, um Grundschüler wieder in die Klassenräume zu bringen, statt den Eltern zu überlassen, ob ihre Kinder in die Schule gehen oder nicht. Der Kommentar.

Kinder haben ein Recht auf Bildung, das beim Homeschooling eher schlecht als recht eingelöst wird. Also ist es richtig, nach Wegen zu suchen, wie möglichst alle Kinder und Jugendliche wieder die Schule besuchen können. Und das nicht nur ein oder zwei Tage die Woche für wenige Stunden, sondern so, wie es der Stundenplan in Vor-Corona-Zeiten vorgesehen hatte.

Unmöglich? Offenbar. In Sachsen ist der Versuch gescheitert, wenigstens alle Grundschüler wieder in die Klassenräume zu lassen. Der Infektionsschutz reicht nach Ansicht der Richter nicht aus. Nun hat das Kultusministerium den Eltern anheim gestellt, ob sie ihre Kinder in den Unterricht schicken oder nicht.

Es ist das falsche Signal. In die Schule gehen oder nicht, das sind keine beliebigen Alternativen. Zum Recht auf Bildung zählt das Recht auf Schulbesuch. Die Verantwortlichen in Politik und Wissenschaft sind in der Pflicht, alles zu tun, um dieses Recht zu gewähren. Es gibt Hinweise, dass Kinder nicht die Superanstecker sind, als die sie gelten. In Island hat kein Kind einen Erwachsenen infiziert. Wenn dem so ist, wäre ein Schulbesuch aller kaum noch ein Risiko für alle. Bis Klarheit besteht, müssen andere Lösungen gefunden werden. Nach Belieben in die Schule zu gehen oder nicht, gehört nicht dazu.

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