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Cem Özdemirs Rolle rückwärts

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Von: Kristina Dunz

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Rolle rückwärts in Sachen Artenvielfalt und Naturschutz: der Grünen-Landwirtschaftsminister Cem Özdemir.
Rolle rückwärts in Sachen Artenvielfalt und Naturschutz: der Grünen-Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. © Daniel Karmann/dpa

Agrarminister Cem Özdemir ist bereit, an Flächen zu sparen, die für Artenvielfalt und Naturschutz wichtig sind. Das ist ein Trauerspiel. Der Kommentar.

Die nächste Rolle rückwärts eines Grünen in Regierungsverantwortung: Agrarminister Cem Özdemir hat sich darauf eingelassen, die mühsam errungene Entscheidung in Teilen auszusetzen, landwirtschaftliche Flächen zum Schutz von Insekten und Böden stillzulegen. Einmalig für ein Jahr – aber wer weiß schon, welchem Druck die Koalition danach ausgesetzt sein wird.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ist der Grund für die Kehrtwenden der Grünen: Waffenlieferungen, stärkere Nutzung von Kohlekraftwerken, womöglich verlängerte Laufzeiten der letzten Atomkraftwerke und nun mehr Getreideanbau auf Feldern, auf denen sich die Natur erholen sollte.

Es ist bemerkenswert, wie grüne Spitzenpolitiker:innen Positionen räumen können, ohne mildere Alternativen zu finden. Dabei wissen die Grünen selbst, was das Hilfswerk „Brot für die Welt“ jüngst wieder beklagt hat: Dass in Deutschland rund 50 Prozent des Getreides an Tiere verfüttert werden – für unseren Fleischkonsum.

Wenn Wirtschaftsminister Robert Habeck um „jede Kilowattstunde“ an gespartem Strom kämpfen kann, könnte Özdemir um Steaks kämpfen, die nicht gegessen werden. Dass an Flächen gespart wird, die für Artenvielfalt und Naturschutz wichtig sind, ist ein Trauerspiel.

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