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Falsche Anreize

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Von: Andreas Niesmann

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Der Griff zum Thermostat am Heizkörper: Hochdrehen kostet immer mehr.
Der Griff zum Thermostat am Heizkörper: Hochdrehen kostet immer mehr. © Fabian Sommer/dpa

Unkonventionelle Spartipps wie kältere Wohnungen helfen nicht und sollten von der Politik auch nicht verwirklicht werden. Der Kommentar.

Je größer ein Problem ist, desto gefragter sind unkonventionelle Lösungen. Die hohen Energiepreise und ein möglicher Energiemangel sind ein großes Problem. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, schlägt nun sehr unkonventionelle Lösungen zum Energiesparen vor – die aber keine große Hilfe ist.

Der Staat, so Müller, solle Vermieter:innen zeitweise von ihrer Pflicht entbinden, die Heizungsanlage in der kalten Jahreszeit so einzustellen, dass eine Mindesttemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius in den Wohnungen erreicht werden kann. Industrieunternehmen will Deutschlands oberster Netzwächter mit Prämien zum Gassparen anhalten.

Beides sollte die Politik nicht tun. Mieter:innen per Gesetz eine kältere Wohnung zu verordnen, würde nicht nur das persönliche Wohlbefinden vieler Menschen verschlechtern, es wäre auch eine Bevormundung durch den Staat – und eine soziale Ungerechtigkeit. Denn Eigenheimbesitzer:innen wären von der Einschränkung gar nicht betroffen.

Und statt der Industrie Gaskontingente abzukaufen, sollte die Politik das Geld sparen, und lieber in den Kauf des aktuell teuren Gases auf dem Weltmarkt sowie die Entlastung unterer Einkommensgruppen investieren. Damit wäre allen mehr geholfen.

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